Stockholm/Berlin (dpa) - Minuten nach der Nachricht, dass Haftbefehl gegen den Gründer des Internetportals Wikileaks ausgestellt wurde, brach beim Kurznachrichtendienst Twitter ein Sturm der Entrüstung aus: Verschwörung und Rufmord an Julian Assange, lautete fast einhellig das Urteil der Twitter-Nutzer.

«Ich würde mich nicht wundern, wenn das eine Geheimoperation ist, um Wikileaks fertigzumachen. Das ist nur der Anfang», meinte Twitterschreiber nutzareus.

«Sie hatten ja gesagt, dass sie ihn kriegen, und ich glaube nicht eine Minute, dass Julian Assange von Wikileaks jemand vergewaltigt hat», schrieb darkker auf einer von Wikileaks verlinkten Twitter-Seite.

«Tolles Timing», meinten andere zu den Vorwürfen nur wenige Wochen nachdem Wikileaks Tausende Pentagon-Dokumente zum Afghanistankrieg veröffentlicht hatte.

AnOceanofMind schrieb, die Vorwürfe seien völlig haltlos und «sehr beunruhigend». javiertorres76 meinte: «Wir wurden ja gewarnt, dass es schmutzige Tricks geben würde. Nun haben wir den ersten.» AmaturRahman zeigte sich ebenfalls skeptisch: Der Zeitpunkt für die Anschuldigungen sei schon sehr verdächtig. chrisfishlock twitterte, dass wohl damit nur versucht werden solle, Julian Assange daran zu hindern, weitere Regierungsgeheimnisse zu verraten. quietriot_girl meinte allerdings, die Anschuldigungen könnten nicht einfach abgetan werden.

von Wikileaks verlinkte Twitterseite