London (dpa) - England im Torrausch: Meister Chelsea schraubte die Ausbeute am 2. Spieltag auf beängstigende zwölf Treffer. Arsenal verpasst Aufsteiger Blackpool und Premier-League-Rückkehrer Newcastle United Aston Villa eine Packung. Manchester United gelang nur ein 2:2.

Die Tormaschine FC Chelsea läuft auch am 2. Spieltag in Englands Fußball-Premier-League weiter auf Hochtouren. Nach einem 6:0-Auftaktsieg gegen West Bromwich Albion vor einer Woche überrollte der Meister aus West-London Wigan Athletic mit identischem Resultat und verteidigte souverän die Tabellenführung. «Sie sind wie Kinder im Süßwarenladen. Chelsea kaut die Gegner und spuckt sie wieder aus», schrieb das Boulevardblatt «News of the World» über den torreichen Rekordstart der «Blues». «Wie Pacmans schlucken sie alles, was ihnen im Weg steht.»

Während Premier-League-Rückkehrer Newcastle United das höher eingeschätzte, derzeit trainerlose Aston Villa ebenfalls mit 6:0 überfuhr, stolperte Erzrivale Manchester United ohne seinen vergrippten Stürmerstar Wayne Rooney bei Europa-League-Finalist FC Fulham und kam nur zu einem 2:2. Routinier Paul Scholes brachte die «Red Devils» in der 11. Minute standesgemäß in Front, doch Simon Davies gelang in einem hochklassigen Match der Ausgleich (57.) für Fulham. Ein Eigentor von Brede Hangeland (84.) ließ Manchester schon vom Sieg träumen, doch der Norweger machte seinen Fehler auf der anderen Seite noch wett (89.). Manchesters Nani hatte kurz zuvor einen Foulelfmeter vergeben (87.).

Konkurrent FC Arsenal zeigte dagegen Flair und erteilte Neuling FC Blackpool eine 6:0-Lektion. Der Aufsteiger, der sein Auftaktspiel in Wigan überraschend 4:0 gewonnen hatte, fand sich auf dem Boden der Tatsachen wieder. «Das war lehrreich», gab Blackpool-Trainer Ian Holloway nach dem Match zu. «Ich bin froh, dass es am Ende nicht 10, 12, 13, 14:0 stand.» Ohne den noch verletzten Thomas Hitzlsperger setzte West Ham United mit einem 1:3 daheim gegen Bolton Wanderers den Fehlstart fort. Robert Huth zog mit Stoke City gegen Tottenham Hotspur etwas unglücklich mit 1:2 den Kürzeren.

Vergangenen September hatte Chelsea in Wigans DW-Stadion noch eine empfindliche 1:3-Schlappe eingesteckt, und auch dieses Mal geriet der Meister zunächst unter starken Druck. Doch im Gegensatz zu den Gastgebern nutzten die Londoner ihre erste gute Chance durch Florent Malouda zur Führung (32.). Doppelschläge von Nicolas Anelka (48./52.) und dem eingewechselten Salomon Kalou (78./90.) sowie ein Treffer von Neuzugang Yossi Benayoun (90.+3) ließen Wigan dann keine Chance mehr. «Es ist ausgeschlossen, dass wir jetzt immer sechs Treffer erzielen, das wäre ja nicht Fußball, sondern Playstation», dämpfte Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti die Erwartungen. «Mir ist das noch nie passiert.»

In Arsenals Emirates-Stadion überrannte unterdessen Englands fantastisch aufgelegter Jungnationalspieler Theo Walcott mit drei Treffern (12./39./58. Minute) Blackpool fast im Alleingang. Die Gäste mussten nach einer Notbremse von Ian Evatt gegen «Gunners»-Stürmer Marouane Chamakh zudem sechzig Minuten in Unterzahl spielen. Der Russe Andrej Arschawin (32./Foulelfmeter), der Franzose Abuo Diaby (49.) und der im Sommer verpflichtete Marokkaner Chamakh (83.) steuerten die übrigen Tore bei. «Beim Titel werden wir ein gewichtiges Wort mitreden», versprach danach «Gunners»-Trainer Arsène Wenger.