Islamabad/Washington (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird kommende Woche mit der pakistanischen Regierung über weitere Hilfen wegen der Jahrhundertflut beraten.

Wie der IWF am Wochenende mitteilte, sollen bei dem Treffen in Washington vor allem die Auswirkungen der verheerenden Überschwemmungen auf die Volkswirtschaft beurteilt werden. Nach Medienberichten werden die Gespräche bereits am Montag beginnen. In den Hochwassergebieten im Süden des Landes spitzte sich unterdessen die Lage weiter zu.

Pakistans Außenminister Shah Mehmood Qureshi zeigte sich am Sonntag zufrieden über die Hilfe aus aller Welt. Die Resonanz der Staatengemeinschaft sei überwältigend, sagte er in Islamabad. Die von den Vereinten Nationen geforderte Summe von 460 Millionen Dollar (357 Millionen Euro) für die Versorgung der Flutopfer sei bereits übertroffen worden. Bislang habe sein Land etwa 815 Millionen Dollar an Geldmitteln und Zusagen erhalten.

Nach langem Zögern akzeptierte Pakistan auch die Fluthilfe des verfeindeten Nachbarlandes Indien, das vergangene Woche Hilfsgüter im Wert von 5 Millionen Dollar angeboten hatte.

Vom Militärflughafen Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen startete am Sonntag eine NATO-Frachtmaschine mit Generatoren, Wasserpumpen und Zelten in Richtung Pakistan. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) informierte sich bei Vertretern deutscher Hilfsorganisationen über die bislang geleistete deutsche Unterstützung.

Die Zeitung «Daily Times» berichtete am Sonntag, Finanzminister Abdul Hafeez Shaikh wolle den IWF in Washington bitten, das 2008 gewährte Darlehen von 10 Milliarden Dollar (7,9 Milliarden Euro) umzustrukturieren oder neue Finanzierungsmodelle zu prüfen. Nach einer Schätzung die Regierung könnten sich die Kosten für den Wiederaufbau auf etwa 15 Milliarden Dollar belaufen.

Während das Hochwasser im Norden Pakistans langsam zurückgeht, stiegen am Wochenende in der südlichen Provinz Sindh die Pegelstände am Fluss Indus weiter. «Mindestens zwei Bezirke sind in Gefahr», sagte ein Sprecher der örtlichen Katastrophenbehörde am Sonntag. Helfer seien an mehreren kritischen Stellen im Einsatz, um den Bruch von Deichen zu verhindern. Bereits am Samstag waren vor allem im Distrikt Shadadkot zahlreiche Dörfer und Städte evakuiert worden. Zehntausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.