Hamburg (dpa) - Mit Berlin, Hamburg, Hannover und Düsseldorf haben sich vier Städte offiziell für den Eurovision Song Contest im kommenden Jahr beworben. In wenigen Wochen soll die Entscheidung über den Austragungsort fallen. Wer hat die besten Chancen?

BERLIN: Ob Stockholm, Moskau oder Oslo - in den vergangenen Jahren fand der Song Contest meist in der Hauptstadt des jeweiligen Gastgeberlandes statt. Selbst Lena Meyer-Landrut will nächstes Jahr am liebsten an der Spree singen: «Berlin ist groß, multikulturell und hat für mich alles.» Dass die Hauptstadt mittlerweile wie ein Krake alle großen Events an sich zieht, sorgt in Teilen des Landes aber auch für Unmut. So ging bereits die Musikmesse Popkomm von Köln nach Berlin, und Hamburg musste die Echo-Verleihung abgeben. Doch Berlin hat nun mal europaweit die größte Strahlkraft und gilt als kreatives und kulturelles Zentrum der Republik. Siegchancen: groß

HAMBURG: Die Elbmetropole ist seit Jahren Deutschlands Grand-Prix-Hauptstadt. Die jährliche Song-Contest-Party auf der Reeperbahn hat bereits Kultstatus. Seit einigen Jahren wird von dort aus auch die deutsche Punktevergabe verkündet, und die Liveschaltungen zum fröhlichen Party-Publikum auf dem Spielbudenplatz waren zweifellos imagefördernd. Dass der Heimatsender NDR zudem die federführende ARD-Anstalt beim Song Contest ist, dürfte auch kein Nachteil sein. Siegchancen: groß

HANNOVER: Vorjahressiegerin Lena kommt aus Hannover. Das ist allerdings auch fast schon alles, was für die niedersächsische Landeshauptstadt spricht. Selbst die Hannoveranerin möchte ihren Titel ja lieber in Berlin verteidigen. Die Weltausstellung Expo hat Hannover vor zehn Jahren zwar weltweit bekanntgemacht, doch am eher langweiligen Image hat sich trotzdem nicht viel geändert. Siegchancen: gering

DÜSSELDORF: Mit Kraftwerk, Fehlfarben und den Toten Hosen hat die Rheinmetropole so viele legendäre Bands hervorgebracht wie kaum eine andere deutsche Stadt. Zudem gilt der Eurovision Song Contest traditionell als Treffpunkt der Homosexuellen-Szene, und die Schwulen-Hochburg Köln ist nicht weit. Doch die internationale Strahlkraft Düsseldorfs ist begrenzt. Das Ass im Ärmel soll die Location sein: Die Düsseldorfer wollen den Grand Prix in einem Fußballstadion ausrichten. Das gab es 2001 in Kopenhagen schon einmal und in diesem Jahr in Oslo auch - die Reaktionen der Fans waren geteilt: Vor neun Jahren zeigten sich die Zuschauer über die Stimmung und den großen Abstand zur Bühne nicht gerade begeistert, in diesem Jahr gab es keine Klagen. Siegchancen: mittel

www.eurovision.tv

www.eurovision.de