Mexiko-Stadt (dpa) - Eine Gruppe mexikanischer Unternehmen hat die angeschlagene mexikanische Fluggesellschaft Mexicana de Aviación übernommen und damit vor dem Bankrott bewahrt.

Wie die Fondsgesellschaft Advent International mitteilte, erwarb die aus mehreren Unternehmen bestehende Gruppe Tenedora K insgesamt 95 Prozent der Aktien der größten und ältesten mexikanischen Fluggesellschaft, zu der auch die Billiglinien Click und Link gehören. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Die restlichen fünf Prozent werden Eigentum der mexikanischen Pilotengewerkschaft ASPA, heißt es in der Mitteilung. Mexicana war in den vergangenen Wochen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen litt nach eigenen Angaben vor allem unter zu hohen Löhnen für das Flugpersonal. Die neuen Eigentümer kündigten an, im Rahmen der Sanierung auch neue Arbeitsverträge aushandeln zu wollen. Die Jahresgehälter der Piloten sollen nach Medienberichten von 216 000 Dollar (rund 167 000 Euro) um rund 40 Prozent auf 127 000 Dollar gekürzt werden.

Die 1921 gegründete Mexicana hatte in den 1990er Jahren damit begonnen, ihre Flotte zu modernisieren und dabei vor allem auf Maschinen des europäischen Flugzeugbauers Airbus gesetzt. Heute besteht die Flotte aus rund 70 Flugzeugen, neben Airbus-Modellen auch Maschinen von Fokker. Ebenso wie die zweite bedeutende Fluglinie des nordamerikanischen Landes, Aero Mexico, wurde Mexicana de Aviacion 2005 privatisiert.

Im vergangenen Jahr verschärften sich die finanziellen Schwierigkeiten der Gesellschaft, nachdem wegen der Schweinegrippe in Mexiko der Flugverkehr fast zum Erliegen gekommen war. Finanzspritzen der Banken reichten nicht aus. In der Folge kam es immer wieder zu Arbeitskämpfen vor allem der Piloten, deren Gewerkschaft größere Einsparungen nicht hinnehmen wollte.

Am 3. August meldete das Unternehmen Insolvenz an. Der Ticketverkauf wurde eingestellt. Wenige Tage später wurden auch die internationalen Ziele vor allem in Europa nicht mehr angeflogen. Auch viele nationale Flüge wurden gestrichen. Insgesamt waren nach Angaben des Unternehmens rund 31 000 Passagiere betroffen. Seit 2009 gehört Mexicana zur internationalen Oneworld Alliance.