Frankfurt/Main (dpa) - Die anhaltende Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung in den USA hat den Dax am Dienstag wieder weit unter die Marke von 6000 Punkten gedrückt. Der deutsche Leitindex ging am Ende 1,26 Prozent leichter bei 5935,44 Punkten aus dem Handel, nachdem er zwischenzeitlich aber schon bis auf 5869 Punkte abgerutscht war.

Der MDax sackte um 1,82 Prozent auf 8103,00 Punkte ab und für den TecDax ging es um 1,95 Prozent nach unten auf 725,23 Punkte.

«Der Höhenflug dank der fulminanten Berichtssaison und den imposanten Wirtschaftsdaten aus Deutschland weicht aktuell der neuen Sachlichkeit aus Rezessionsängsten und Risikoabneigung», kommentierte Marktanalyst Robert Halver von der Baaderbank. Schwache Daten vom US- Immobilienmarkt trugen am Nachmittag ihr Übriges zu den Sorgen bei, worauf der Dax auf sein Tagestief abgerutscht war. «Das setzte jedoch wieder den Glauben daran frei, dass die US-Notenbank weitere Schritte nachlegen muss, um die Konjunktur zu stützten», erklärte Halver die anschließende leichte Kurserholung.

Auf Unternehmensseite belebten Nachzügler der Berichtssaison die Nachrichtenlage. Nach Zahlen gehörten die Papiere von Kabel Deutschland mit plus 0,61 Prozent auf 23,805 Euro zu den wenigen Gewinnern im MDax. Händlern zufolge fiel das erste Quartal im Rahmen der Erwartungen aus. Gepunktet habe der Kabelnetzbetreiber aber mit seinem Ausblick. Konzernchef Adrian von Hammerstein erwartet den operativen Gewinn im Gesamtjahr nun am oberen Rand der zuvor ausgegeben Spanne von 715 bis 725 Millionen Euro.

HeidelbergCement fielen am Ende des Dax um 4,95 Prozent auf 31,995 Euro, nachdem der irische Wettbewerber CRH Quartalszahlen vorgelegt hatte. Händler bezeichneten diese als gemischt und hoben den Ausblick negativ hervor. CRH blickt wegen des schwachen US-Marktes pessimistischer ins zweite Halbjahr.

Die von Händlern als eigentlich positiv angesehenen Übernahmediskussionen traten unterdessen etwas in den Hintergrund. K+S-Papiere verloren trotz des anhaltenden Übernahmestreits um den Konkurrenten Potash 1,45 Prozent. Der britisch-australische Rohstoffkonzern Rio Tinto erwägt laut Medienberichten, im Wettbewerb mit BHP Billiton ein Gegengebot für den kanadischen Kali-Produzenten abzugeben. Deutsche Börse gaben 1,17 Prozent ab. Der Börsenbetreiber wurde in Medienberichten als potenzieller Bieter für die alternative Handelsplattform Chi-X ins Spiel gebracht.

Im TecDax gerieten indes einige Solarwerte unter Druck. Roth & Rau büßten 6,12 Prozent ein, Centrotherm fielen um 3,40 Prozent und SMA Solar gaben um 4,51 Prozent nach. Am Markt wurde auf mögliche Subventionskürzungen in Frankreich verwiesen. Der Zeitung "Les Echos" zufolge soll die Vergütung um 12 Prozent gekürzt und die Förderung auf maximal 500 Megawatt begrenzt werden.