München (dpa) - Louis van Gaal will einmal eine Nationalmannschaft trainieren - für Franz Beckenbauer ist der Coach des FC Bayern München sogar ein Kandidat für Deutschland.

«Undenkbar ist dieser Fall nicht», sagte Bayerns Ehrenpräsident im «Münchner Merkur» und in der Münchner «tz». Bisher habe der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zwar stets auf einen Deutschen zurückgegriffen, «aber vielleicht kommt man mal an einen Punkt, dass man sagt: Okay, jetzt holen wir uns einen Ausländer, der neue Impulse setzen kann. Warum sollte man nicht mal an van Gaal denken».

Van Gaal hat schon mehrfach angedeutet, dass er seinen bis Saisonende 2011 gültigen Vertrag beim deutschen Rekordmeister allenfalls um ein Jahr verlängern und danach ein Nationalteam übernehmen will. «Wenn, will er sicher mal eine Nation übernehmen, die bei einem großen Turnier wie einer WM zum Favoritenkreis gehört», meinte Beckenbauer, «Louis ist ein vom Erfolg verwöhnter Mensch, und Erfolg kannst du nur haben, wenn du auch eine vernünftige Mannschaft zur Verfügung hast».

Beckenbauer stellt den Niederländer auf eine Stufe mit Ottmar Hitzfeld und Udo Lattek. Van Gaal habe ja beim FC Bayern bewiesen, dass er etwas verändern kann: «Und seine Art hat ihn bei den Fans beliebt gemacht, genauso der Fakt, dass seine Teams einen sympathischen Fußball spielen. So etwas honorieren die Fans. Louis ist sicherlich einer der beliebtesten Trainer der Bayern-Geschichte».

Wenn es nach Beckenbauer geht, muss van Gaal aber noch mindestens vier Jahre waren, ehe er Bundestrainer werden sollte. Der ehemalige Teamchef geht davon aus, dass Joachim Löw auch bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien die DFB-Elf betreuen wird. «Joachim Löw ist jung ­ er wird sicher bis zur nächsten WM weitermachen», sagte Beckenbauer. Löw hatte seinen Vertrag nach der WM in Südafrika bis 2012 verlängert.