Berlin/Düsseldorf (dpa) - Der Schweizer Martin Schläpfer, Ballettchef der Deutschen Oper am Rhein, ist «Choreograf des Jahres». Gekürt haben ihn europäische Kritiker für das Jahrbuch der Fachzeitschrift «tanz» (Berlin), wie das Blatt mitteilte.

Schläpfer habe nach seinem Weggang in Mainz einen «glänzenden Neustart» in Düsseldorf und Duisburg hingelegt, wo er das «Ballett am Rhein» an der Zwei-Städte-Oper formierte. Der ehemalige Star-Tänzer (Jahrgang 1959) von Heinz Spoerli, der 1991 bis 1996 am Rhein Ballettchef war, hatte zuvor in Mainz eine hochgelobte Compagnie aufgebaut und ein vielbeachtetes Tanzwerk geschaffen. Im vergangenen Jahr wechselte Schläpfer nach Düsseldorf. «Die hohe Musikalität seines zeitgenössischen Balletts und seine Lust an der Überschreitung jeglichen Mittelmaßes lenkten die Augen in dieser Saison vor allem auf ihn», heißt es in der Begründung.

«Tänzerin des Jahres» wurde die kanadische Ballerina Carol Prieur, die seit 15 Jahren in der Truppe der Kanadierin Marie Chouinard tanzt. In Gastspielen habe Prieur den «Eindruck von Intensität, Kühnheit und großem künstlerischen Mut» hinterlassen. «Tänzer des Jahres» wurde Friedemann Vogel am Stuttgarter Ballett, der in Marco Goeckes Choreografie «Orlando» einen überragenden Eindruck gemacht habe.

Zur «Produktion des Jahres 2010» erklärten die Tanzkritiker «Out of Context ­ For Pina» des belgischen Choreografen Alain Platel und seiner Compagnie «Les Ballets C. de la B.». Das Werk ist der vor über einem Jahr gestorbenen weltberühmten Choreografin Pina Bausch gewidmet. Compagnie des Jahres sind Monika Gintersdorffer und Knut Klaßen mit ihrer deutsch-ivorischen Gruppe, die nach Meinung der Kritiker «wundervolle Übersetzungen kultureller Unterschiede zwischen Europa und Afrika» herstellen.