New York/Berlin (dpa) - Der amerikanische Geheimdienst feiert einen Erfolg im Kampf gegen die internationale Internet-Kriminalität. In Frankreich wurde auf US-Anfrage ein 27-jähriger Moskauer festgenommen, der als ein führender Kopf im Handel mit gestohlenen Kreditkarten-Daten gilt.

Das berichtete die «New York Times» am Dienstag unter Berufung auf den Secret Service. Er solle demnächst vor einem französischen Gericht erscheinen, dass über eine Auslieferung an die USA entscheidet. Dem Mann drohten in Amerika bis zu zwölf Jahre Haft und eine Strafe von bis zu 500 000 Dollar, hieß es.

Der 27-Jährige mit ukrainischem und israelischen Pass sei im Internet unter dem Spitznamen «BadB» bekannt. Er ist laut Vorwürfen der US-Behörden einer der Gründer des illegalen Netzwerks CarderPlanet, über das gestohlene Kreditkarten-Informationen verschoben werden. Die amerikanischen Ermittler suchten den Mann bereits seit November vergangenen Jahres. Er habe zuletzt offen in Moskau gelebt und sei vor einigen Wochen festgenommen worden als in Nizza in ein Flugzeug nach Russland steigen wollte.

Die Online-Kriminalität wie Kreditkarten-Betrug nimmt stetig zu, der jährliche Schaden wird auf hunderte Millionen Dollar geschätzt. Die Verfolgung der Drahtzieher erwies sich bisher als sehr schwierig, weil sie grenzübergreifend agieren. Westliche Behörden werfen zudem Ländern wie Russland oder China mangelnden Elan bei den Ermittlungen vor.

Für Spannungen mit Moskau sorgte zum Beispiel Anfang des Jahrzehnts ein Vorfall um zwei russischer Hacker. Sie waren vom FBI für ein angebliches Vorstellungsgespräch in die USA gelockt worden. Die Hacker wurden später zu Haftstrafen verurteilt.