Frankfurt/Main (dpa) - Wegen Handels mit «Schrottimmobilien» zu weit überhöhten Preisen stehen seit Dienstag 14 Angeklagte, darunter zwei Notare, in Frankfurt vor Gericht. In über 100 Fällen sollen sie zwischen 2003 und 2008 Häuser verkauft haben.

Laut Anklage boten sie auch gleich eine Finanzierung an und erschwindelten bei Banken unter Vorlage falscher Unterlagen überhöhte Darlehen. Dafür sollen sie Kreditanträge von insgesamt 25 Millionen Euro gestellt haben. Die Anklage lautet auf bandenmäßige Urkundenfälschung und Betrug. Rund 14,3 Millionen Euro wurden von verschiedenen Banken an Krediten ausgezahlt.

Das Landgericht Darmstadt führt den Prozess wegen der großen Zahl der Angeklagten aus Platzgründen im großen Schwurgerichtssaal des Frankfurter Justizzentrums. Zum Auftakt erschienen die 32 bis 62 Jahre alten Angeklagten mit rund 40 Verteidigern. Die Verlesung der Anklageschrift dauerte mehrere Stunden.

Hauptangeklagte ist eine 44 Jahre alte Geschäftsfrau aus dem Raum Hanau, die bei 97 der angeklagten Fälle beteiligt gewesen sein soll. Auf Kleinanzeigen hatten sich bei ihr zahlreiche Personen gemeldet, die einen Kleinkredit haben wollten, bei ihrer Bank aber nicht mehr als kreditwürdig galten. Über den Kauf einer angeblich äußerst wertvollen Immobilie solle der Kredit bei der Bank abgesichert werden, wurde den Leuten weisgemacht. Erst später stellte sich heraus, dass die Wohnungen weit über Wert verkauft wurden.

Auf der Anklagebank sitzen außerdem zwei Betreiber eines Finanzierungsbüros, Immobilienvermittler und zwei Notare, die die Kaufverträge beurkundeten und in den Betrug eingeweiht gewesen sein sollen. Terminiert wurde der Prozess bis ins kommende Jahr hinein.