Hannover (dpa) - Der wochenlange juristische Kampf der Kassel Huskies um Teilnahme an der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) trotz Lizenzentzuges scheint verloren. Die in gut einer Woche beginnende DEL-Saison findet wohl ohne die Huskies statt.

Das Oberlandesgericht München entschied, dass das DEL- Schiedsgericht zuständig und korrekt besetzt war, als es Ende Juli Kassels Lizenzentzug bestätigt hatte. Der Schiedsspruch ist damit vollstreckbar. «Damit hat das OLG München bestätigt, dass das Lizenzierungsverfahren ordnungsgemäß war und die DEL zurecht den Lizenzvertrag mit Kassel gekündigt hat», sagte DEL-Anwalt Klaus Sturm.

Um die Huskies endgültig vom Spielbetrieb auszuschließen, ist formell noch die Aufhebung der einstweiligen Verfügungen nötig, die Kassel gegen den Lizenzentzug und den DEL-Ausschluss erwirkt hatte. Dies soll spätestens am Donnerstag durch das OLG Köln erfolgen. «Wir gehen davon aus, dass der OLG Köln das nun aufhebt. Der Antrag liegt dort bereits vor. Es dürfte sich dabei nur noch um eine Formalie handeln», sagte DEL-Anwalt Klaus Sturm der Nachrichtenagentur dpa.

Die Huskies kritisierten das OLG München heftig und setzen ihre Hoffnungen nun auf die Verhandlung am Donnerstag in Köln. «Das heutige Urteil des OLG München ist wiederum nur ein Etappensieg für die DEL. Allein entscheidend ist zunächst das OLG Köln. Hier existiert nach wie vor die einstweilige Verfügung, wonach die Kassel Huskies in der nächsten Saison spielberechtigt sind», sagte Huskies-Geschäftsführer Fritz Westhelle.

Am Donnerstag hätte das OLG Köln ohnehin über die einstweiligen Verfügungen Kassels gegen den Lizenzentzug und den Ausschluss aus der Liga entschieden. Nach Auffassung der DEL ist es aber möglich, dass das OLG Köln schnell auf das Münchner Urteil reagiert und es zu der Verhandlung am Donnerstag gar nicht mehr kommt. Sollte das OLG Köln die einstweiligen Verfügungen bis Donnerstag aufheben oder spätestens dann dem Münchner Urteil folgen, wäre Kassel endgültig raus.

Westhelle war nach dem Urteil am Dienstag bestürzt. Er kündigte an, vor den Bundesgerichtshof zu ziehen. Eine mögliche Entscheidung dort pro Kassel dürfte jedoch für die Huskies viel zu spät kommen, da das Verfahren dort wenigstens mehrere Monate dauern dürfte. Die Huskies wehren sich seit Wochen vor ordentlichen Gerichten gegen den Lizenzentzug durch die DEL.

Aller Voraussicht nach muss nun für die am 3. September beginnende Saison ein neuer Spielplan erarbeitet werden. Im Falle eines endgültigen Ausschlusses der Huskies startet die DEL anstatt mit 15 Clubs nun nur mit 14 Teams. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Vorrundenspiele pro Club von 56 auf 52.