Mailand (dpa) - Drei Tage vor dem Ende der Wechselfrist hat der AC Mailand mit der Verpflichtung des Torjägers Zlatan Ibrahimovic einen Transfer-Coup gelandet. Die Italiener zahlen dem FC Barcelona für den schwedischen Fußball-Nationalspieler eine Ablösesumme von 24 Millionen Euro.

Die Summe wird allerdings erst in einem Jahr fällig. «Ibra» erhalte beim Champions-League-Sieger von 2007 einen Vierjahresvertrag, teilte Milan auf seiner Internetseite mit. Der 28-Jährige wechselt aus steuerlichen Gründen zunächst für ein Jahr auf Leihbasis nach Italien. Die Mailänder verpflichteten sich nach Presseberichten, den Schweden anschließend für die vereinbarte Ablöse unter Vertrag zu nehmen. Italiens Regierungschef und Milan-Präsident Silvio Berlusconi informierte persönlich die AC-Spieler über den Transfer-Coup und sprach vor den Profis per Telefon mit dem Schweden.

Der Wechsel heizt in Italien die Rivalität zwischen den Mailänder Clubs zusätzlich an, denn der Stürmer war erst vor einem Jahr von Inter zu Barça gewechselt. Die Inter-Fans hatten den Weggang des gefeierten Idols damals als «Verrat» empfunden. Dass Ibrahimovic nun ausgerechnet zum Erzrivalen geht, halten sie für unverzeihlich. Schon bei seiner Landung präsentierte sich «Ibra» am Mailänder Flughafen mit einem Milan-Schal. «Mit ihm werden wir stärker sein als Inter», skandierten die Milan-Fans, die ihren neuen Liebling beim Spiel gegen US Lecce als Ehrengast auf der Tribüne erwarteten.

Für den FC Barcelona bedeutet der Transfer ein riesiges Verlustgeschäft. Die Katalanen hatten den Schweden vor einem Jahr als teuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte verpflichtet. Sie zahlten eine Ablösesumme von rund 45 Millionen Euro und gaben obendrein den Stürmer Samuel Eto'o an Inter ab, dessen Ablösewert auf 20 Millionen Euro taxiert wurde. Der Transfer war damals auf Wunsch von Barça- Trainer Josep Guardiola erfolgt, der Eto'o loswerden wollte.

Der Coach überwarf sich jedoch mit «Ibra» und drang nun darauf, den Schweden wieder zu verkaufen. Er gab Lionel Messi in der Sturmspitze den Vorzug; obendrein holte Barça den Weltmeister David Villa für 40 Millionen Euro. «Guardiola hat mich rausgeschmissen», beklagte sich Ibrahimovic. «Ich weiß nicht, worin das Problem bestand. Wenn ich einen Raum betrat, in dem Guardiola war, verließ der Trainer das Zimmer. Vielleicht hatte er Angst vor mir.»

Die Katalanen stimmten dem Weggang des Schweden zu, weil sie sich nach eigenen Angaben damit 60 Millionen Euro an Gehaltszahlungen sparen. Der Stürmer war mit einem Nettogehalt, das auf zwölf Millionen Euro im Jahr beziffert wurde, einer der bestbezahlten Profis im Kader des spanischen Meisters.

Auf die Frage, ob er sich von Guardiola verabschieden werde, sagte Ibrahimovic: «Jetzt besser nicht.» Den Hass der Inter-Anhänger fürchte er nicht. «Ich denke nicht, dass die Inter-Fans jetzt an mich denken. Inter hat alles gewonnen, da haben sie andere Gedanken.» Beim AC trifft er auf den Brasilianer Ronaldinho, den Barça vor zwei Jahren - ebenfalls auf Wunsch von Guardiola - an Milan abgegeben hatte.