New York (dpa) - Die Elite der US-Technologiekonzerne wird von Microsoft-Mitbegründer Paul Allen mit einer Patentklage überzogen.

Der Multi-Milliardär wirft Apple, Google, Ebay, Facebook, Yahoo und sechs weiteren Firmen vor, gegen vier Patente eines seiner früheren Unternehmen zu verstoßen. Der weltgrößte Software-Konzern Microsoft, an dem der 57-jährige Allen immer noch einen erheblichen Anteil hält, fehlt auffälligerweise in der Klage. Einige Unternehmen wie Google, Ebay und Facebook kündigten umgehend Widerstand an.

Die vier Patente sind sehr allgemein gehalten. Es geht zum Beispiel um die Idee, Computernutzer über neue Informationen zu unterrichten, die für sie von Interesse sein könnten. Solche «Alarme» gehören heute zum Standard im Netz. Ähnliches gilt für die anderen Patente, die von einem «Browser zum Navigieren in Datenbeständen» und dem Einblenden von Zusatzinformationen am Bildschirmrand handeln.

Der Klage vom Freitag zufolge gehen die Patente auf Erfindungen in Allens einstiger kalifornischen Ideenschmiede Interval Research zurück. Das Unternehmen gibt es längst nicht mehr. Eine Schadenssumme wird in der Klage nicht genannt.

Auch der aus Allens Heimatstadt Seattle stammende Online-Händler Amazon.com werde von ihm nicht angegriffen, merkte das «Wall Street Journal» an. Weitere in den Klagen genannte Firmen sind der Internet- Konzern AOL, der Online-Videoanbieter Netflix, Googles Videoplattform YouTube sowie die Handelsunternehmen Office Depot, Staples und OfficeMax.

Allen gehört zu den schillerndsten Figuren der Technologiebranche. Er hatte Microsoft zusammen mit Bill Gates gegründet und soll auch federführend den Deal eingefädelt haben, mit dem Microsoft das Betriebssystem QDOS kaufte, die Grundlage der späteren Dominanz des Konzerns in der PC-Welt.

Microsoft machte Allen reich. Das Magazin «Forbes» schätzte sein Vermögen zuletzt auf 13,5 Milliarden Dollar (10,6 Mrd Euro). Das brachte ihn auf Platz 37 in der Liste den reichsten Menschen der Welt. Anfang Juli kündigte Allen an, einen großen Teil seines Vermögens spenden zu wollen. Der 57-Jährige hatte im vergangenen Jahr erneut eine Krebsdiagnose bekommen, soll nach einer Behandlung aber beschwerdefrei sein.