Berlin (dpa) - Nach dem Verbot der 100-Watt-Birnen vor einem Jahr kommt jetzt das Aus für die Glühlampen mit 75 Watt Leistung.

An diesem Mittwoch (1.9.) tritt in Deutschland und den anderen EU- Staaten die zweite Stufe des Glühlampenausstiegs in Kraft. Dann dürfen keine neuen 75-Watt-Glühlampen mehr in den Handel gebracht werden. Restbestände können aber noch verkauft werden. Im Jahresabstand werden noch die 60-Watt- und schließlich die 40- und 25-Watt-Birnen vom Markt genommen.

Ziel der Vorschrift, die in der Öko-Design-Richtlinie der EU steht, ist ein geringerer Stromverbrauch und damit weniger Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in die Umwelt. Stattdessen sollen Privatleute, Unternehmen und Kommunen Energiesparlampen einsetzen.

Die stromsparenden Leuchtstofflampen enthalten eine geringe Menge Quecksilber und dürfen deswegen nicht mit dem Hausmüll entsorgt werden. Die Deutsche Umwelthilfe kritisierte das bisherige Rücknahmesystem des Handels als mangelhaft. Testbesuche in Bau- und Elektromärkten sowie Drogerien hätten ergeben, dass nur knapp jeder fünfte Händler Sammelbehälter zur Abgabe von Altlampen aufgestellt habe.

Das Prinzip der Freiwilligkeit sei gescheitert, deshalb müssten die Geschäfte gesetzlich zur Rücknahme verpflichtet werden. «Überall dort, wo die quecksilberhaltigen Energiesparlampen angeboten werden, müssen diese auch zurückgegeben werden können», sagte Umwelthilfe- Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Nach Angaben der Lampenhersteller gibt es außer den Wertstoffhöfen der Kommunen im Handel derzeit 725 Sammelstellen für Verbraucher. Insgesamt sind es mehr als 2200 Stellen - auch für die Industrie. Dem Rücknahmesystem hat sich aber nur die Hälfte der Hersteller angeschlossen.