Seoul (dpa) - Drei Wochen nach der Ernennung eines neuen Regierungschefs muss sich Südkoreas Präsident Lee Myung Bak schon wieder nach einem Kandidaten für den Posten umsehen.

Nach Vorwürfen illegaler Finanzgeschäfte und Zweifeln an seiner Qualifikation erklärte der designierte Ministerpräsident Kim Tae Ho am Sonntag seinen Verzicht auf das Amt.

Nach einer Regierungsumbildung am 8. August erklärten außerdem die beiden designierten Minister für Wirtschaft und Kultur ihren Amtsverzicht. Das Präsidialamt erklärte, mit der Suche nach neuen Kandidaten für die drei Posten werde unverzüglich begonnen.

Er wolle keine Last für den Präsidenten bei der Ausführung seiner Amtsgeschäfte sein, sagte der 47-jährige Kim Tae Ho in Seoul. Der konservative Staatschef hatte den früheren Provinzgouverneur ernannt, um der Regierung nach der Niederlage bei Kommunalwahlen im Juni neuen Schwung zu geben. Kim sollte eine wichtige Rolle bei der Kommunikation mit der jungen Generation spielen.

Die Auswechselung des Ministerpräsidenten inmitten der Legislaturperiode ist in Südkorea nicht ungewöhnlich. Die wichtigsten Entscheidungen trifft der Präsident. Die Ernennung Kims hätte jedoch noch vom Parlament bestätigt werden müssen. Er sollte Chung Un Chan (64) ersetzen, der Ende Juli als Premierminister nach nur zehn Monaten im Amt zurückgetreten war.