Gelsenkirchen (dpa) - Am königsblauen Himmel ziehen dunkle Wolken auf. «Wir haben einen Fehlstart hingelegt», bekannte Trainer Felix Magath nach dem verdienten 1:2 (0:1) des FC Schalke 04 gegen Hannover 96.

Der schlechteste Saisonauftakt des Revierclubs seit 23 Jahren entfachte eine Diskussion, ob der noch in der Vorsaison als Heilsbringer gefeierte Fußball-Lehrer bei seinem ambitionierten Kader-Umbau nicht zu weit gegangen ist. Doch Magath will die Flucht nach vorn antreten und mit weiteren Zukäufen im Sommerschlussverkauf bis 31. August den bedrohlichen Trend stoppen: «Für uns gibt es auf dem Transfermarkt in den nächsten Tagen noch einiges zu tun.»

Nicht nur Magath sieht großen Handlungsbedarf. Wie schon beim 1:2 eine Woche zuvor in Hamburg blieb der Vizemeister auch gegen Hannover den Nachweis seiner Klasse schuldig. Die Gegentreffer von Konstantin Rausch (31.) und Mohammed Abdellaoue (49.) besiegelten die hochverdiente Niederlage. Anders als in Hamburg gab es zwar kaum Fanproteste gegen die wachsende Machtfülle von Magath, doch der Unmut des Anhangs war unverkennbar. Auf die Frage, ob der Kader der Vorsaison möglicherweise zu stark verändert worden sei, mochte Nationalkeeper Manuel Neuer nicht antworten: «Dazu werde ich als Spieler nichts sagen.»

Immerhin führte das geführte Schlichtungsgespräch zwischen der Vereinsführung, Magath und 16 Fanvertretern zu einer Annäherung. «Ich bin guter Dinge, dass wir in Zukunft wieder konstruktiv zusammen arbeiten werden», kommentierte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies nach dem vierstündigen Treffen.

Stellvertretend für den bisher erfolglosen Umbruch steht Christoph Metzelder. Dessen missratene Abwehrversuche und Pässe wurden in der Schlussphase von wütenden Pfiffen der Fans begleitet. In dem ehemaligen Dortmunder sehen sie den Hauptschuldigen für das Ende der langjährigen Schalker Abwehrstärke. Anders als zuletzt nahm Magath seinen Neuzugang, für dessen Transfer von Real Madrid er sich mächtig ins Zeug gelegt hatte, nicht mehr in Schutz: «Wenn ein erfahrener Spieler wie er unsicher ist, wirkt sich das auf die gesamte Hintermannschaft aus. Wir haben ihn geholt, damit er unsere Abwehr stabilisiert. Das gelingt ihm derzeit nicht.»

Bis zum Ende der Wechselperiode sollen noch zwei Hochkaräter für den Angriff und das Mittelfeld präsentiert werden. Ganz oben auf der Wunschliste des Fußball-Trainers steht offenbar Klaas-Jan Huntelaar vom AC Mailand. Für den beim italienischen Renommierclub ausgemusterten niederländischen Nationalstürmer würden allerdings rund 13 Millionen Euro fällig.

Ähnlich kostspielig wäre ein Transfer von dessen Landsmann Rafael van der Vaart (Real Madrid), der «auf Schalke» neben Jose Manuel Jurado (Atletico Madrid) ebenfalls als mögliche Verstärkung gehandelt wird. Auf diese Spekulationen reagierte Magath mit einem müden Lächeln: «Da es nichts zu vermelden gibt, kann ich zu keinem Namen Stellung nehmen. Ganz klar, es werden viele Namen gehandelt.»