Budapest (dpa) - Voller Optimismus gehen die deutschen Beckenschwimmer in die Europameisterschaften in Budapest. Angeführt von Doppel-Weltmeister Paul Biedermann soll der 27-köpfige Kader vom 9. August an elf Medaillen aus dem 50-Meter-Becken auf der Margareteninsel in der Donau fischen.

«Es gab noch nie eine Mannschaft, die körperlich besser aufgestellt war als diese. Wir sind voll da», sagte Bundestrainer Dirk Lange bei der Auftakt-Pressekonferenz des deutschen Teams. Besonders die Ergebnisse eines Test-Wettkampfs am 4. August in Heidelberg stimmen ihn zuversichtlich.

«Es sind Zeiten erzielt worden, mit denen man Medaillen erzielen würde bei der EM. Alle haben sich verbessert», berichtete Lange, wollte aber keine Details nennen. Favorit Biedermann hat seinen ersten von sechs möglichen Wettkämpfen über die 400 Meter Freistil, wo er im Juli 2009 bei der WM in Rom im High-Tech-Anzug mit Weltrekord gewann. Doch für die kontinentalen Titelkämpfe lehnt sich Biedermann nicht zu weit aus dem Fenster. «Die 400 Meter werden schon schwierig, sie sind ja ein bisschen meine Nebenstrecke. Ich muss schauen, wie der Vorlauf ist», sagte Biedermann. In Abwesenheit seiner pausierenden Freundin, Olympiasiegerin Britta Steffen, trägt er die Hauptlast der Erwartungen.

Seinen 24. Geburtstag am 7. August feierte der Praktikant der Wasserwerke Halle/Saale im ruhigen Rahmen. «Ich konnte nicht ausschweifend feiern, obwohl ich Lust dazu hatte. So richtig wird erst in anderthalb Wochen gefeiert, wenn alles vorbei ist.» Heimtrainer Frank Embacher erlaubte sich einen Scherz mit seinem langjährigen Schüler: Die Kerzen des Geburtstags-Muffins ließen sich nämlich nicht ausblasen. «Da hat er sich königlich amüsiert», berichtete Biedermann grinsend. Der im Wasser bremsende Bart soll spätestens am 9. August ab, um die letzten Hundertstel rauszuholen.

Gold durch Langstreckenschwimmer Thomas Lurz (Würzburg) und Platz drei durch Angela Maurer (Mainz) jeweils über 10 Kilometer waren für den Direktor Leistungssport im Deutschen Schwimm-Verband (DSV), Lutz Buschkow ein «guter Einstieg. Jetzt lauern wir auf die nächsten Wettkämpfe». Die Wasserspringer sollen sieben Medaillen zum angestrebten Edelmetall-Gesamtergebnis von 21 beitragen.

Buschkow wird in Personalunion bis zu den Olympischen Spielen 2012 auch Wassersprung-Cheftrainer bleiben. Das gab er am 7. August bekannt. Nach Olympia 2008 in Peking war er vom Wassersprung-Trainer zum Direktor Leistungssport im DSV befördert worden.