Berlin (dpa) - Zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren steht kein US-amerikanischer Tennisprofi unter den besten zehn Spielern der Welt.

Wenn am 9. August die neue Rangliste veröffentlicht wird, fällt die aktuelle Nummer neun Andy Roddick aus den Top Ten, teilte die Spielerorganisation ATP beim Turnier in Washington mit. Roddick war bei der Hartplatz-Veranstaltung im Achtelfinale ausgeschieden. Damit fehlt erstmals seit Einführung des Computer basierten Rankings im Jahr 1973 ein amerikanischer Name auf den obersten zehn Plätzen der Liste.

«Das ist schon ein Einschnitt. Das sollten wir nicht zu leicht nehmen», sagte US-Davis-Cup-Kapitän Patrick McEnroe. «Aber es ist auch nicht allzu überraschend, wenn man bedenkt, wie sich das Spiel verändert hat. Spieler kommen aus der ganzen Welt.» In Washington stehen Marin Cilic (Kroatien), David Nalbandian (Argentinien), Xavier Malisse (Belgien) und Marcos Baghdatis (Zypern) im Halbfinale.

Die aktuelle ATP-Ordnung wird angeführt vom Spanier Rafael Nadal vor Novak Djokovic aus Serbien, dem Schweizer Roger Federer und Andy Murray aus Großbritannien. Dahinter folgen Robin Söderling (Schweden), Nikolai Dawydenko (Russland), Juan Martin del Potro (Argentinien), Tomas Berdych (Tschechien), Roddick und Fernando Verdasco (Spanien).

Die Nation der Tennis-Größen wie Jimmy Connors, John McEnroe, Pete Sampras oder Andre Agassi erlebt derzeit auch die längste Grand-Slam- Titel-lose Zeit in der 42-jährigen Geschichte des Profi-Tennis. Seit Roddicks US-Open-Erfolg im Jahr 2003 hat kein amerikanischer Spieler mehr bei einem der vier wichtigsten Turniere triumphiert.