Budapest (dpa) - Doppel-Weltmeister Paul Biedermann hat seinen ersten Auftritt bei den Schwimm-Europameisterschaften in Budapest im Schongang absolviert. Der 24-Jährige aus Halle/Saale schaffte in 3:50,07 Minuten als Vorlaufdritter souverän den Sprung ins Finale über 400 Meter Freistil.

Doch als Favorit auf Gold sieht sich der Weltrekordhalter nicht. «Ziel ist es, unter die ersten Drei zu kommen, aber die Konkurrenz ist sehr stark», stapelte Biedermann mit Blick auf den Endlauf tief.

Biedermann war in der Endabrechnung 15/100 Sekunden langsamer als der russische Vorlaufsieger Nikita Lobintsew, aber zwei Zehntel schneller als sein vermeintlicher Hauptkonkurrent Yannick Agnel (Frankreich). Als zweiter Deutscher schaffte Clemens Rapp (Bad Saulgau) als Siebter im altehrwürdigen Hajos-Bad auf der Margareteninsel in der Donau ebenfalls den Sprung in den Endlauf.

Biedermann, für den die 400 Meter mittlerweile «ein bisschen eine Nebenstrecke sind», sieht aber noch Reserven für sein erstes von möglichen sechs Finals. «Ich denke, ich kann heute Abend noch zulegen», meinte der deutsche Superstar, dessen pausierende Freundin Britta Steffen von der Fernsehtribüne der ARD aus zusah. Biedermann wird am Abend 90 Minuten nach den 400 Metern auch in der 4x100-Meter-Freistilstaffel schwimmen.

Über 100 Meter Brust zog der Essener Hendrik Feldwehr in 1:01,35 Minuten als Achter ins Halbfinale ein und qualifizierte sich gleichzeitig für die 4x100 Meter-Lagenstaffel. Marco Koch aus Darmstadt schied dagegen als 24. (1:01,95) aus. «Zwei Ziele geschafft, das ist gut. Fürs Finale muss ich noch schneller schwimmen, aber das kann ich», meinte Feldwehr.

Kurzbahn-Weltrekordler Steffen Deibler buchte über 50 Meter Schmetterling in starken 23,56 Sekunden als Zweitschnellster das Halbfinal-Ticket. «Das war ein guter Einstieg. So kann es weiter gehen», analysierte der Hamburger. Besser war nur der Spanier Rafael Munoz (23,47), der erst fünf Tage vor dem EM-Start einer Sperre durch den Weltverband FINA wegen drei verpasster Trainingskontrollen entgangen war. Die deutsche Meisterin Jenny Mensing aus Wiesbaden (2:11,89 Minuten) qualifizierte sich als Fünfte für das Semifinale über 200 Meter.

Die 4x100 Meter-Freistilstaffel der Frauen mit Dorothea Brandt (Berlin), Silke Lippok (Pforzheim), Lisa Vitting (Essen) und Daniela Schreiber (Halle/Saale) schwamm in 3:39,97 Minuten als Schnellste ins Finale und darf sich wie 2006, als sie mit Steffen EM-Gold holte, Hoffnungen machen. «Das können sie auch ohne mich schaffen», hatte die Doppel-Olympiasiegerin Steffen im Vorfeld gesagt. Die 16-jährige Silke Lippok meinte: «Eine Medaille sollte auf jeden Fall drin sein.»