Bremen (dpa) - «Tagesschau»-Sprecherin Judith Rakers wird bei der Radio-Bremen-Talkshow «3nach9» neue Moderatorin an der Seite von Giovanni di Lorenzo.

«Der Anruf, dass die Redaktion sich für mich entschieden hat, erreichte mich im Urlaub, mitten auf der Straße in Palma de Mallorca. Ich habe sofort Ja gesagt», sagte die 34 Jahre alte Journalistin nach einer Mitteilung des Senders vom Montag. Charlotte Roche hatte den Sender im Januar nach nur vier Monaten als Co-Moderatorin verlassen. Seitdem fand die traditionsreiche Talkrunde mit wechselnden Moderatorinnen an der Seite di Lorenzos statt.

«3nach9» startete 1974 als erste derartige Talkshow im deutschen Fernsehen. Aktuell wird sie einmal im Monat freitags von mehreren dritten Programmen live ausgestrahlt; insgesamt schalten bundesweit rund 1,5 Millionen Zuschauer pro Ausgabe ein.

Rakers geht davon aus, dass sie neben di Lorenzo, der seit 1989 kontinuierlich bei «3nach9» ist, als gleichberechtigte Moderatorin auftreten wird. «Ich werde mir meinen Platz auch erst einmal so ein bisschen erkämpfen müssen und mich einleben müssen in dieser neuen Rolle, aber ich glaube, dass ich dann gleichberechtigt bin», sagte sie dem Sender NDR-Info.

Als Nachrichtensprecherin sei eine andere Rolle gefragt. «Jetzt darf ich wieder ein bisschen mehr ich selbst sein. Wer mich kennt, weiß, dass ich gar nicht der kühle, distanzierte Typ bin», erläuterte die 34-Jährige. Wenn sie sich ganz normal, wie bei einem Treffen mit Freunden gebe, sei das das Beste für die Sendung. Auf die Frage, ob sie auch Krawall machen könne, sagte sie dem Sender kurz: «Ja, absolut!»

Neben Sandra Maischberger, Maria Furtwängler, Katrin Bauerfeind, Sarah Wiener und Annette Dasch war auch Judith Rakers in der Übergangszeit nach dem Ausscheiden von Roche Co-Moderatorin bei «3nach9».

«Judith Rakers steht bisher dafür, die Nachrichten des Tages objektiv zu präsentieren», sagte Programmdirektor Dirk Hansen. Eine Talkshow bedeute genau das Gegenteil. «Judith Rakers kann und wird zeigen, dass ihre Spannweite bis zu hemmungsloser Subjektivität reicht - und da ist sie bei "3nach9" genau an der richtigen Stelle.»