Wiesbaden (dpa) - Die deutsche Industrie ist im ersten Halbjahr 2010 wieder kräftig gewachsen. Der Umsatz lag unter Herausrechnung der Teuerung und unter Berücksichtigung der Zahl der Arbeitstage 9,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte.

Das Inlandsgeschäft legte dabei um 5,7 Prozent zu, das Geschäft mit dem Ausland sogar um 15,0 Prozent. Damit ist das Niveau von vor der Krise aber bei weitem noch nicht wieder erreicht.

Im Juni gab es jedoch einen Dämpfer. Zwar lag der Umsatz 10,7 Prozent über dem Vorjahresmonat, im Mai hatte das Plus aber nach neuen Angaben des Amtes noch 13,0 Prozent betragen. Im direkten Vergleich von Mai zu Juni gab es saisonbereinigt sogar ein Minus von 0,3 Prozent.

«Das produzierende Gewerbe hat im Juni nach dem kräftigen Produktionsanstieg in den Vormonaten eine Verschnaufpause eingelegt», hatte die Commerzbank bereits vergangenen Freitag bei der Bekanntgabe von Produktionszahlen kommentiert. Sie sah ihre Prognose eines Anstiegs des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal von 1,5 Prozent und im Gesamtjahr 2010 von 2,5 Prozent bestätigt - die Werte könnten sogar übertroffen werden. Den leichten Produktionsrückgang im Juni interpretiere man «keinesfalls als Anfang vom Ende der kräftigen Aufwärtsbewegung der Industrie».

Mitteilung des Statistischen Bundesamtes

Grafik des Bundesamtes