Los Angeles/Berlin (dpa) - Nach dem überraschenden Rücktritt von Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd hat sich jetzt auch die Frau geäußert, deren Beschuldigung die Sache ins Rollen gebracht hat.

Über eine Anwältin ließ die externe Mitarbeiterin namens Jodie Fisher erklären, es sei nie ihre Absicht gewesen, den Rücktritt des Spitzenmanagers zu verursachen. «Ich war überrascht und betrübt, dass Mark Hurd deswegen seinen Job verloren hat», heißt es in der am Sonntag (Ortszeit) veröffentlichten Erklärung. «Mark und ich hatten nie eine Affäre oder eine intime sexuelle Beziehung.»

Fisher erklärte, sie habe den HP-Vorstandsvorsitzenden 2007 kennengelernt, als sie sich um einen Arbeitsauftrag beworben habe. Danach sei es ihre Aufgabe gewesen, sich um besonders wichtige Kunden und Manager-Konferenzen zu kümmern. Offenbar mit Blick auf Presseberichte, wonach sie Geld ohne entsprechende Leistungen erhalten haben soll, betonte Fisher: «Ich habe diese Treffen vorbereitet, sehr hart gearbeitet und gern für HP gearbeitet.»

Hurd soll die Mitarbeiterin mit Geld aus der Firmenkasse ausgehalten haben. Der Verwaltungsrat drängte den Familienvater daraufhin zum Rückzug. Hurd legte am Freitag mit sofortiger Wirkung alle seine Ämter nieder und erklärte, er habe gegen die Firmenstandards für geschäftliches Verhalten verstoßen.

Der anfangs erhobene Vorwurf der sexuellen Belästigung habe sich allerdings nicht bestätigt, teilte HP ausdrücklich mit. Auf eine Klage habe die Frau verzichtet, sagte Chefjustiziar Michael Holston. Fisher erklärte dazu: «Ich habe meine Ansprüche privat mit Mark geklärt.»

Vor ihrer Tätigkeit für HP war Fisher nach amerikanischen Medienberichten unter anderem als Schauspielerin tätig, zuletzt in einer 2007 gesendeten Fernseh-Reality-Show mit dem Titel «Age of Love».

Erklärung von Jodie Fisher