Essen (dpa) - Im Karstadt-Rettungsdrama zeichnet sich eine weitere Verlängerung ab: Die für diesen Dienstag angesetzte Entscheidung des Essener Amtsgerichts über die Annahme des Insolvenzplans könne möglicherweise ein weiteres Mal verschoben werden, hieß es am Montag.

Damit würde das zähe Ringen um die Zukunft der insolventen Warenhauskette auch mehr als zwei Monate nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags weitergehen. In der Nacht zum Montag war eine Frist für eine Einigung des Karstadt-Investors Nicolas Berggruen mit dem Karstadt-Vermieter Highstreet über die geforderten Mietsenkungen ohne abschließendes Ergebnis verstrichen. Ohne eine Einigung mit den Vermietern kann der von Berggruen unterzeichnete Kaufvertrag für Karstadt nicht in Kraft treten. Ein gültiger Kaufvertrag ist jedoch Voraussetzung für die Annahme des Insolvenzplans durch das Gericht.

Nachdem bereits in wesentlichen Punkten eine Einigung über die geforderten Mietsenkungen erzielt worden war, steht nun noch die Zustimmung der zahlreichen Highstreet-Gläubiger aus. In einigen Fragen seien die Diskussionen auch noch nicht abgeschlossen, hieß es am Montag. Eine Einladung zu einem Gläubigertreffen, die mit einer Frist von 21 Tagen erfolgen müsse, sei noch nicht ergangen, sagte ein Highstreet-Sprecher am Montag. Beobachter gehen nun davon aus, dass es Ende August oder Anfang September bei einem Treffen zu einer abschließenden Einigung kommen könne.

Voraussetzung für eine erneute Verschiebung des Gerichtstermins sei die Überzeugung des Gerichts, dass weiter «hinreichende Erfolgsaussichten» für eine Einigung bestünden, sagte ein Sprecher des Essener Amtsgerichts. Falls das Gericht einer weiteren Terminverschiebung nicht zustimmt, kann der Insolvenzplan nicht in Kraft treten - dem Warenhausunternehmen droht in diesem Fall die Zerschlagung.