Kayseri (dpa) - Ausschlafen, pflegen lassen, Kopf frei kriegen: Am Tag nach dem 43:78-Debakel gegen Australien war bei Deutschlands Basketballern Kraft tanken angesagt.

Nach drei kräftezehrenden Partien zum WM-Auftakt hatten die «jungen Wilden» die Pause dringend nötig, um vor dem wahrscheinlich entscheidenden Duell gegen Angola die Akkus wieder aufzuladen. «Drei Spiele in drei Tagen sind schon ein hartes Programm. Unsere Freunde vom Fußball bräuchten dafür zwei Wochen», sagte Bundestrainer Dirk Bauermann.

Rückendeckung kam auch von Superstar Dirk Nowitzki. Das deutsche Team sei noch sehr jung und könne nicht in allen Spielen seine Leistung halten, zitierten türkische Medien den 32-Jährigen. Der Würzburger weilte in Istanbul, um dort ein Dirk-Nowitzki-Basketball-Zentrum zu eröffnen. Bei der WM pausiert er erneut, um sich auf seinen NBA-Club Dallas Mavericks zu konzentrieren.

Der Nationalcoach war nach dem kraftlosen Auftritt gegen Australien sofort bemüht, sein junges Team wieder aufzurichten. «Ich bin mit den ersten drei Tagen bei der WM trotzdem hochzufrieden», sagte Bauermann. «Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir gegen Argentinien und Serbien so stark spielen und gegen die Serben sogar gewinnen, den hätte ich für verrückt erklärt», meinte der 52-Jährige.

Vor allem mit den vielen jungen Spielern im Kader führte Bauermann zahlreiche Einzelgespräche. «Viele stehen erstmals bei der WM in so einer Drucksituation, da kann ich mit meiner großen Erfahrung sicher dem einen oder anderen helfen», meinte der Krefelder. Beim Training in der Kadir Has Arena war die Stimmung bereits wieder gelöst. Mit lautem Klatschen wurden die Dunking-Versuche türkischer Jugendlicher begleitet, es wurde viel gelacht und geflachst - die Niederlage gegen Australien war abgehakt.

Schließlich hat es die jüngste deutsche Mannschaft, die je bei einer Weltmeisterschaft dabei war, nach wie vor selbst in der Hand, das Achtelfinale zu erreichen. Mit zwei Siegen in den beiden abschließenden Partien gegen Angola und Jordanien ziehen die deutschen Riesen definitiv in die K.o.-Runde ein. Wahrscheinlich reicht bereits ein Sieg gegen den Afrikameister, wenn Jordanien danach erwartungsgemäß gegen die noch ungeschlagenen Argentinier verliert. Selbst eine Niederlage gegen Angola müsste noch nicht das Aus bedeuten.

Doch daran verschwendet im deutschen Lager niemand einen Gedanken. «Jetzt kommen die Spiele, von denen wir von Beginn an wussten, dass wir sie gewinnen müssen», sagte Co-Kapitän Jan-Hendrik Jagla. «Unser Ziel ist Istanbul und der Weg führt über Angola und Jordanien. Wir werden es packen», meinte Demond Greene.