Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Maschinenbauer sammeln mit rasantem Tempo neue Aufträge ein. Im Juli lag das Auftragsplus real 48 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

«Der deutsche Maschinenbau setzte seine Erfolgsgeschichte fort», sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Allerdings hatte die Branche 2009 mit einem Minus von 38 Prozent ihren schlimmsten Einbruch bei den Auftragseingängen seit mehr als 50 Jahren erlitten.

Starke Nachfrage kam aus dem In- und Ausland: Die Inlands- Bestellungen kletterten im Juli um 38 Prozent, aus dem Ausland gab es sogar ein Plus von 54 Prozent. «Das zweite Halbjahr beginnt mit ungebremster Wachstumsdynamik», sagte Wiechers. In dem weniger von Schwankungen betroffenen Dreimonatsvergleich von Mai bis Juli ergab sich insgesamt ein Plus von 57 Prozent.

Als Gründe für die starke Erholung nannte der VDMA die weltweiten Konjunkturprogramme, die rasche Erholung der Konjunktur in den Schwellenländern und die gute Vorbereitung der Unternehmen auf die Konjunkturbelebung. «Wie waren startbereit», sagte Wiechers. So hätten die Firmen ihre Mitarbeiter auch in der Krise gehalten, teilweise werde nun wieder neu eingestellt.

Wiechers betonte, dass nicht nur die Exporte Deutschlands, sondern auch die Importe wieder gestiegen seien - beim Handel mit den europäischen Nachbarn sogar stärker als die Exporte. Der Vorwurf, Deutschland würde sich auf Kosten der Nachbarn sanieren, gehe daher ins Leere.