Paris (dpa) - Computerspiele mit martialischen Namen wie «World of Warcraft» oder «Call of Duty: Modern Warfare 2» halten den französischen Kommunikationsriesen Vivendi auf Erfolgskurs. D

ank der zum Teil äußerst gewalthaltigen Produkte der Tochter Activision Blizzard konnte der Weltkonzern seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 6,1 Prozent auf 13,98 Milliarden Euro steigern. Im Vorjahreszeitraum hatte der Umsatz bei 13,18 Milliarden Euro gelegen.

Einen erstklassigen Start legte nach Unternehmensangaben das neue Strategiespiel «StarCraft II: Wings of Liberty» hin. In den ersten 48 Stunden nach Verkaufsstart sei das Spiel mehr als 1,5 Millionen Mal verkauft worden - dies sei weltweiter Rekord für ein Strategiespiel, teilte Vivendi am Mittwoch in Paris mit. Positive Zahlen steuerten nach Unternehmensangaben auch der jüngst übernommene brasilianischen Netzbetreiber GVT und die Mobilfunktochter SFR bei.

Der Gewinn stieg insgesamt um 6,6 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro. Um Sondereinflüsse bereinigt lag er bei 1,53 Milliarden Euro, was einem Plus von 4 Prozent entspricht.

Weiter schlecht läuft das Geschäft bei der Tochter Universal Music. Die positive Entwicklung beim Verkauf von Digitalversionen im Internet kann die rückläufige Nachfrage nach CDs nicht ausgleichen. Der Umsatz ging um 5,4 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zurück, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) brach sogar um knapp 25 Prozent ein. Zu den erfolgreichsten Universal-Künstlern gehörten im ersten Halbjahr Lady Gaga, die Black Eyed Peas und Eminem.

Wegen der insgesamt guten Zahlen aus den ersten sechs Monaten erhöhte Vivendi seine Prognose für das Gesamtjahr: Der französische Konzern erwartet nun auch einen höheren bereinigten Gewinn als im Vorjahr und will für 2010 eine Dividende pro Aktie von 1,40 Euro zahlen. Bislang war Vivendi nur von einer leichten Steigerung des bereinigten EBITA ausgegangen. Die Börse reagierte am Mittwochvormittag positiv auf die Zahlen. Die Vivendi-Aktie legte zunächst deutlich um rund 3,5 Prozent zu.