Hamburg (dpa) - Der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr (G+J) arbeitet mit Hochdruck an neuen journalistischen Formaten für Tablet-Computer wie das iPad. Erste Marken seien auf dem iPad bereits national wie international vertreten, teilte der Verlag am Mittwoch in Hamburg mit.

Der angekündigte Online-Kiosk der Vertriebstochter DPV werde noch im Herbst dieses Jahres an den Start gehen. G+J wolle mit einem Mix aus unterschiedlichen Erlösmodellen die hochwertigen journalistischen Inhalte finanzieren.

Durch massive Sparmaßnahmen und die Stabilisierung der Wirtschaft ist die Bertelsmann-Tochter wieder so profitabel wie vor der Krise. Für die ersten sechs Monate dieses Jahres weist G+J ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Operating EBIT) von 130 Millionen Euro aus.

Das entspricht einer Rendite von 10,7 Prozent, gegenüber 8,6 Prozent im Jahr 2008 und 4,5 Prozent im Krisenjahr 2009. «2010 wird für Gruner+Jahr ein gutes Jahr, weil wir unsere Hausaufgaben konsequent gemacht haben und mit den neuen Strukturen ohne Qualitätsverluste bei unseren Titeln oder in der Vermarktung deutlich Marktanteile dazugewinnen konnten», sagte Vorstandschef Bernd Buchholz.

Die Vertriebserlöse blieben mit 385 Millionen Euro noch einmal um knapp um fünf Prozent unter dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dagegen erhöhten sich die Einnahmen aus Werbung um zwei Prozent auf 382 Millionen Euro. G+J ist mit 13 500 Mitarbeitern und mehr als 500 Magazinen und digitalen Angeboten in mehr als 30 Ländern eines der führenden Zeitschriftenhäuser in Europa.