Kayseri (dpa) - Erfolgscoach Svetislav Pesic sagt dem deutschen Basketball eine erfolgreiche Zukunft voraus. «Deutschland hatte noch nie so viele hochbegabte Spieler auf einmal», sagte Pesic, der 1993 mit Deutschland sensationell Europameister wurde.

Die Generation um Tibor Pleiß, Robin Benzing und Elias Harris könne in den kommenden Jahren einiges erreichen. «Tibor, Robin und Elias gehören im Weltbasketball zu den Besten in ihrem Jahrgang und müssen sich vor keinem verstecken», meinte der Serbe im Interview mit dem Internet-Portal «spox.com».

Allerdings müsse man den «jungen Wilden» Zeit zur Entwicklung geben und sie nicht immer an Superstar Dirk Nowitzki messen. «In Deutschland macht die Öffentlichkeit den Fehler, dass sie jeden mit Nowitzki vergleicht», sagte Pesic, «aber das ist genauso unsinnig, wie wenn sich junge Fußballer mit Franz Beckenbauer messen müssten. Der deutsche Basketball sollte sich glücklich schätzen, solche Hoffnungsträger zu haben.»

Schon bei der derzeit laufenden Weltmeisterschaft in der Türkei traut der 61-Jährige der jüngsten deutschen Mannschaft, die je bei einer WM dabei war, eine Überraschung zu. «Wenn es Deutschland gelingt, in der Gruppe den vierten Platz und damit ein Aufeinandertreffen im Achtelfinale mit den USA zu vermeiden, ist auch das Viertelfinale gut möglich», sagte Pesic, der 2002 mit Jugoslawien Weltmeister wurde.

Die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB), die überraschend Vize-Europameister Serbien geschlagen hatte, kämpft derzeit in Kayseri um den Einzug in die K.o.-Runde. In den abschließenden beiden Gruppenspielen sind Angola und Jordanien die Gegner.

Sollte das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann tatsächlich Dritter werden, würde es in Istanbul auf Brasilien, Slowenien oder Kroatien treffen. Für Pesic keine unlösbaren Aufgaben. «Es gibt keinen Grund, Angst vor ihnen zu haben. Ich glaube mehr an die Mannschaft als an einzelne Spieler», sagte der Serbe. Die Begeisterung, der Teamgeist sowie der Hunger nach Erfolg sprächen eindeutig für die DBB-Auswahl.

Großen Anteil am bislang erfreulichen Auftreten des unerfahrenen deutschen Teams hat nach Pesics Meinung sein Schwiegersohn Jan-Hendrik Jagla. «Mittlerweile ist er ein Forward europäischer Spitzenklasse», lobte Pesic, der mit ALBA Berlin 1995 den Korac Cup gewann und die Hauptstädter von 1997 bis 2000 viermal in Serie zur deutschen Meisterschaft führte, den 29-Jährigen.