Darmstadt (dpa) - Ermutigt durch den Erfolg ihrer Cluster-Mission will die Europäische Raumfahrtagentur ESA das Weltraumwetter weiter erforschen. Das Projekt aus vier Satelliten zeige, was sich zwischen Sonne und Erde abspiele.

Das sagte ESA-Direktor David Southwood am Mittwoch bei einer Veranstaltung zum zehnjährigen Bestehen der Mission im ESA-Raumflugkontrollzentrum ESOC in Darmstadt. «Wir können sehen, wie der magnetische Schutzschirm der Erde funktioniert», schilderte Cluster-Betriebsleiter Jürgen Volpp. Für die Wissenschaftler sind die Daten deshalb von besonders großem Wert.

Im Jahr 2000 war es den Spezialisten gelungen, den Flug der vier Satelliten «Rumba», «Salsa», «Samba» und «Tango» so zu synchronisieren, dass das Quartett eine gemeinsame Formation fliegt. Die Mission wird zunächst bis 2012 verlängert. Für zwei weitere Jahre gibt es eine Option.

Laut ESA liefern die Satelliten die bisher genaueste Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen dem Sonnenwind und dem Magnetfeld der Erde. Der Sonnenwind - ein heißes, dünnes, elektrisch geladenes Gas - kann sich in einen heftigen Sonnensturm verwandeln.    Cluster habe unter anderem gezeigt, wie die Partikel des Sonnenwinds den Schutzschild der Erde durchbrechen und in ihre Atmosphäre gelangen. Bei kritischem Weltraumwetter könne dies Auswirkungen auf der Erde haben und Stromnetze, Telefon, Computer und Navigationsgeräte lahmlegen.

Zunächst hatte das Cluster-Programm unter keinem guten Stern gestanden. 1996 gingen die Satelliten beim Flug der Trägerrakete Ariane 5 in einem Feuerregen auf.