Berlin (dpa) - Es wird wieder gejubelt auf der IFA. Das «Happy Birthday» auf der Auftaktveranstaltung zur 50. Ausgabe der traditionsreichen Schau für Unterhaltungselektronik findet zwar nur verhaltene Resonanz. Aber die Branchenvertreter zeigen sich stimmgewaltig und betont optimistisch.

Die 1423 Aussteller, so viele wie noch nie seit 1924, dürfen darauf hoffen, dass sich ihre Auftragsbücher bis Mittwoch prall füllen werden - Abschlüsse über mehr als drei Milliarden Euro sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), Rainer Hecker, voraus.

Nicht umsonst findet die Funkausstellung als wichtiger Motor für die Branche im September statt - rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, auf das ein Drittel des Jahresumsatzes entfällt. Im vergangenen Jahr waren das in Deutschland 24,3 Milliarden Euro. Jetzt, da die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise offenbar überwunden sind, sind die Konjunktur-Auguren der gfu auf das Ergebnis in diesem Jahr gespannt.

Sollte es wie erhofft ein Umsatzplus von vier bis fünf Prozent geben, würde die Unterhaltungselektronik in Deutschland 2010 erstmals über die Schwelle von 25 Milliarden Euro klettern.

Davon entfallen schätzungsweise 6,7 Milliarden auf den Verkauf von Fernsehgeräten, nach 6,0 Milliarden im vergangenen Jahr. In seiner betont zuversichtlichen Präsentation weist Hecker vor allem auf Impulse durch neue TV-Techniken hin. Das Fernsehen mit hoher Auflösung (HDTV) treibe das Geschäft spürbar voran, und jetzt komme auch die 3D-Technik auf immer mehr Bildschirme.

Der HbbTV-Standard für das Hybrid-Fernsehen forciere die Verschmelzung von TV und Breitband-Internet. Auch wer die neuen Techniken eher skeptisch betrachtet, macht den Herstellern Freude: Denn immer noch gebe es zahlreiche Fernsehgeräte mit veralteter Röhrentechnik, die nach und nach durch Flachbildfernseher ersetzt würden, sagt Hecker.

Fernseher nähern sich dem Lebenszyklus der Computer an, wie der Experte des Fachverbands Bitkom für Unterhaltungselektronik, Michael Schidlack, sagt. Bis in die 90er Jahre war der Fernseher oft noch eine Anschaffung fürs Leben. Jetzt kommt vielfach alle drei bis fünf Jahre ein neues Gerät ins Haus. So stieg die Zahl der in Deutschland verkauften Fernsehgeräte zwischen 2006 und 2009 um 44 Prozent auf 8,79 Millionen. Weil die Preise in dieser Zeit deutlich zurückgegangen sind, fiel die Umsatzsteigerung in diesem Zeitraum mit 29 Prozent deutlich geringer aus.