New York (dpa) - Die US Open in New York werden immer mehr zu einer Hitzeschlacht - die Temperaturen haben ihr erstes Opfer gefordert. Die Weißrussin Victoria Asarenka brach in ihrem Zweitrunden-Match gegen Gisela Dulko aus Argentinien beim Aufschlag im ersten Satz zusammen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die 21-Jährige, die trotz Temperaturen von 35 Grad in einem schwarzen Outfit antrat, mit 1:5 und 15:30 zurückgelegen. «Ich habe zwar gut gespielt, aber wenn du sowas siehst, denkst du nicht mehr an Tennis, sondern sorgst dich nur noch um das Wohl deiner Gegnerin», war selbst Dulko geschockt. Die an Nummer zehn gesetzte Asarenka wurde umgehend auf dem Platz ärztlich versorgt und in einem Rollstuhl aus der Arena gebracht.

Die Tageszeitung «The New York Times» hatte in ihrem «Weather Report» für den 1. September Temperaturen nahe der bisherigen Jahres-Rekordmarke vorausgesagt. Diese wurde mit 40,4 Grad Celsius am 7. Juli gemessen. Die tropischen Temperaturen sind bereits seit Turnierbeginn großes Gesprächsthema. «Mir macht die Hitze nichts aus. Ich wohne in Florida und habe mich dort eine Woche lang bei ähnlichen Temperaturen auf die US Open vorbereitet», betonte Benjamin Becker nach seinem Dreisatz-Sieg gegen Landsmann Daniel Brands. Becker stand dabei 2:18 Stunden auf Nebenplatz 8 und spielte zwei Durchgänge in der prallen Sonne.

Im 30 Meter entfernten Arthur Ashe-Stadium lieferten sich die beiden Serben Novak Djokovic und Viktor Troicki gar über 3:40 Minuten ein Fünf-Satz-Match - und das bei gemessenen 42,8 Grad im Schatten. In der Sonne waren die Temperaturen noch weitaus höher. «Es war sehr heiß, einfach nur sehr heiß. Aber die Bedingungen sind für beide die selben. Da musst du einfach gedudlig bleiben und auf Schatten warten», meinte der Weltranglisten-Dritte süffisant.

Die Temperaturen werden bei den vier Grand-Slam-Turnieren als so genannte «Wet Bulb Globe Temperature» (WBGT) angegeben. Dieser Index setzt sich aus den Faktoren Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung zusammen. Sollte der WBGT zu Beginn des Einspielens 30,1 Grad Celsius oder mehr betragen, steht den Frauen laut Turnier-Ordnung (Extreme Weather Policy) unter anderem im Falle eines Dreisatz-Matches auf Wunsch zwischen dem zweiten und dritten Durchgang eine zehnminütige Pause zu. Bei den Herren ist dies nicht vorgesehen.

Sollten die Spieler aufgrund der Hitze jedoch Probleme bekommen, sind Auszeiten für eine ärztliche Behandlung erlaubt. Im Gegensatz zu den Australien Open und Wimbledon gibt es in Flushing Meadows kein Stadion mit einem Dach. Als im Januar 2009 beispielsweise die Thermometer in Melbourne sogar 50 Grad Celsius anzeigten, blieben die Organisatoren des erstes Grand-Slam-Turnier des Jahres trotzdem ganz cool. Sie schlossen einfach die Dächer über der Rod Laver-Arena und dem zweitgrößten Stadion, der Hisense-Arena.