Wiesbaden/Berlin (dpa) - Das boomende China wird für die deutsche Wirtschaft immer wichtiger. Im ersten Halbjahr 2010 löste China die Niederlande als Deutschlands größter Einfuhrpartner ab. Die Einfuhren aus China kletterten um 35,6 Prozent auf einen Wert von 34,6 Milliarden Euro.

Dies teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Für die Importe aus den Niederlanden errechneten die Statistiker ein Plus von 16,5 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro. Auf dem dritten Platz lag Frankreich mit 29,9 Milliarden Euro (plus 5,7 Prozent).

Auch die Exporte nach China kletterten in den ersten sechs Monaten überdurchschnittlich. Sie legten um 55,5 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro zu. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) erklärte dazu: «Davon, dass wir uns in eine einseitige Abhängigkeit von China begeben würden, kann keine Rede sein.» Mit einem Anteil von 5,5 Prozent an den deutschen Ausfuhren liege das Land absolut gesehen immer noch deutlich hinter Frankreich, den Niederlanden, den USA, Großbritannien oder auch Italien.

«Was China jedoch derzeit so wichtig macht, ist die Dynamik des Wachstums: Mit einem Anstieg um über 50 Prozent im ersten Halbjahr ist die chinesische Nachfrage die dringend benötigte Adrenalinspritze für die deutsche Konjunktur», ließ BGA-Präsident Anton F. Börner in Berlin mitteilen. Davon profitieren vor allem Maschinenbau und Kfz-Industrie, denen die Krise schwer zugesetzt hatte.

Nach den Zahlen des Bundesamtes erhöhten sich die deutschen Exporte im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nominal insgesamt um 17,1 Prozent auf 458,3 Milliarden Euro. Preisbereinigt (real) lag der Anstieg bei 16,6 Prozent.

Die Ausfuhren in EU-Mitgliedstaatenstiegen mit 12,0 Prozent nur unterdurchschnittlich. In den Euroraum wurden 10,9 Prozent mehr Waren «Made in Germany» geliefert, in die nicht zur Eurozone zählenden EU-Länder 14,4 Prozent mehr.

Die Exporte in sogenannte Drittländer kletterten um 26,2 Prozent. Die höchsten Zuwächse gab es bei den Ausfuhren nach Brasilien (plus 61,3 Prozent), China und in die Türkei (plus 38,8 Prozent). Die Exporte in die USA kletterten um 14,1 Prozent.