dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Brüssel will spekulative Finanzprodukte kontrollieren

Brüssel (dpa) - Zwei Jahre nach Beginn der weltweiten Finanzkrise geht die EU-Kommission gegen den Missbrauch mit spekulativen Finanzprodukten vor. Brüssel will den gigantischen außerbörslichen Handel mit Derivaten und Kreditausfallversicherungen vereinheitlichen. Zudem soll der Handel mit solchen Produkten an die Börse kommen. Einen entsprechenden Vorschlag präsentierte die EU- Kommission am Mittwoch in Brüssel. «Kein Finanzmarkt darf Wild West- Gebiet bleiben», sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Bei Derivaten handelt es sich um Produkte, deren Preis sich nach den Kursschwankungen anderer Investments richtet.

Wirtschaftsforscher heben Prognose deutlich an

Essen/Halle (dpa) - Führende Ökonomen sehen die deutsche Wirtschaft wieder auf dem Weg zu alter Stärke. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Essener RWI hoben am Mittwoch nach einem starken ersten Halbjahr ihre Prognosen deutlich an. Das IHW rechnet für 2009 mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung geht von 3,4 Prozent aus. Beide Institute verdoppelten damit nahezu frühere Prognosen.

Korruptionsvorwürfe bei Telekom holen Obermann ein

Bonn (dpa) - Alte Bestechungsvorwürfe bei Telekom- Beteiligungen in Osteuropa bringen Konzernchef René Obermann in Bedrängnis. Nach Durchsuchungen der Konzernzentrale und der Privatwohnung des Vorstandsvorsitzenden Ende August geht die Bonner Staatsanwaltschaft einem Anfangsverdacht nach. Derzeit würden Unterlagen ausgewertet, sagte Oberstaatsanwalt Fred Apostel am Mittwoch in Bonn. Ermittelt wird wegen der Vorgänge aus dem Jahre 2005 gegen acht Manager, darunter Obermann. Der Telekom-Chef leitete damals die Mobilfunksparte des Konzerns. Die Telekom wies die Vorwürfe erneut zurück.

Trotz Krise: China wächst mit zehn Prozent

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Peking (dpa) - Trotz weltweiter Krise erwartet China in diesem Jahr ein starkes Wirtschaftswachstum von rund zehn Prozent. Zum Abschluss der Tagung des Weltwirtschaftsforums in Tianjin mahnten der Chef des Statistikamtes, Ma Jiantang, und Experten der Zentralbank aber mehr Nachhaltigkeit an. Die zweitgrößte Volkswirtschaft müsse schneller umstrukturiert werden. Spekulationen, dass ein Platzen der Immobilienblase die chinesische Wirtschaft in den Abgrund ziehen könnte, wurden zurückgewiesen. An dem «Sommer Davos» genannten, dreitägigen Treffen nahmen 1500 Unternehmer, Regierungsbeamte und Repräsentanten internationaler Finanzinstitute teil.

Schäuble erhöht Druck auf Landesbanken

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung nimmt einen neuen Anlauf zum Umbau des maroden Landesbanken-Sektors. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) werde verstärkt die Lösung der Probleme bei den Landesbanken angehen, sagte sein Sprecher Michael Offer am Mittwoch in Berlin. «Dies ist ein Signal, dass er (der Minister) hier Handlungsbedarf sieht.» Durch die schärferen «Basel III»- Eigenkapitalregeln zeichne sich auch eine neue Situation ab. «Insofern hat sich der Handlungsbedarf auch noch einmal verstärkt.»

Preisauftrieb im Euroland schwächt sich auf 1,6 Prozent ab=

Luxemburg (dpa) - Im Euroraum hat sich der Preisauftrieb im August leicht abgeschwächt. Die jährliche Teuerungsrate ging auf 1,6 Prozent zurück, nach 1,7 Prozent im Vormonat. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit und bestätigte damit vorläufige Daten. Binnen Monatsfrist stieg das Preisniveau im Währungsraum um 0,2 Prozent. Aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) herrscht bei Teuerungsraten knapp unter zwei Prozent Preisstabilität.

Kräftiges Wachstum bei Werbeausgaben im Internet

Köln (dpa) - Mit Werbung finanzierte Online-Angebote können mit höheren Einnahmen rechnen: Die Ausgaben für Werbung im Internet steigen in diesem Jahr um schätzungsweise 19 Prozent auf mehr als fünf Milliarden Euro. Auf der am Mittwoch eröffneten Fachmesse dmexco in Köln erhöhte der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) seine bisherige Prognose um fünf Prozentpunkte. Auch 2011 soll sich der Trend fortsetzen. Auf der dmexco zeigen bis Donnerstag 355 Aussteller aus elf Ländern ihre Angebote zu neuen Formen der Online-Werbung.

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Deutsche Aktien verlieren bei ruhigem Handel

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch nach freundlichem Start ins Minus gerutscht. Der Dax stand am Nachmittag 0,65 Prozent tiefer bei 6235 Punkten. Händler sprachen von Zurückhaltung vor weiteren wichtigen Konjunkturdaten aus den USA, die auch Gewinnmitnahmen am zuletzt gut gelaufenen Markt auslösten. Der MDax gab zuletzt 0,43 Prozent auf 8724 Punkte ab. Der TecDax verlor 0,48 Prozent auf 776 Punkte. Der Referenzkurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2989 (1,2850) US- Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7699 (0,7782) Euro.