Washington (dpa) - Unmittelbar vor Beginn der neuen Nahost- Friedensgespräche in Washington hat Israel seine militärische Alarmbereitschaft erhöht. Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sagte am Donnerstag, insbesondere im Westjordanland seien zusätzliche Patrouillen im Einsatz.

«Wir stellen uns nach zwei Anschlägen binnen gut 24 Stunden auf eine mögliche Serie von weiteren Attacken ein», sagte er.

Erstmals nach zweijährigem Stillstand nehmen Israelis und Palästinenser heute in Washington wieder direkte Friedensgespräche auf. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wollen dabei alles in ihrer Kraft Stehende tun, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen. Das versicherten beide am Vorabend bei einem Abendessen im Weißen Haus. Auch Barack Obama zeigte sich hoffnungsvoll: Er sei «vorsichtig optimistisch, aber optimistisch» über die Erfolgschancen, sagte der US-Präsident und forderte beide Seiten nachdrücklich auf, die Friedensverhandlungen zum Erfolg zu führen.

Nach den Vorstellungen der USA sollen die Gespräche binnen eines Jahres abgeschlossen werden. Allerdings hieß es im Vorfeld aus Delegationskreisen, möglicherweise sei die Ein-Jahres-Frist zu optimistisch und die Gespräche müssten länger dauern.

Er sei nach Washington gekommen, «um einen historischen Kompromiss zu finden», sagte Netanjahu. «Präsident Abbas, Sie sind mein Friedenspartner. Es ist an uns, den quälenden Konflikt zwischen unseren Völkern zu beenden und mit Hilfe unserer Freunde einen Neuanfang zu erreichen». Dieser historische Kompromiss müsse es beiden Völkern ermöglichen, «in Frieden, Sicherheit und Würde zu leben».

Abbas versicherte, unermüdlich daran zu arbeiten, dass die Verhandlungen ihr Ziel erreichen. Der Palästinenserpräsident verurteilte den jüngsten Anschlag auf Israelis im Westjordanland, bei dem am Mittwochabend ein Mann und eine Frau verletzt worden waren. «Wir wollen keineswegs, dass Blut vergossen wird», sagte Abbas. Erneut bekräftigte er seine Forderung nach einem israelischen Baustopp in den Palästinensergebieten und betonte, es sei an der Zeit, dass die israelische Besetzung zu Ende gehe.

An dem Abendessen mit Obama nahm auch der jordanische König Abdullah II., der ägyptische Präsident Husni Mubarak und der Brite Tony Blair als Vertreter des Nahost-Quartetts (USA, Russland, EU und UN) teil. Die Gespräche zwischen dem israelischen Regierungschef und dem Palästinenserpräsidenten sollen an diesem Donnerstag um 16.00 Uhr MESZ im Beisein von US-Außenministerin Hillary Clinton beginnen.