München (dpa) - Trotz aller Anlaufschwierigkeiten sieht Sportdirektor Christian Nerlinger den deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München auf dem richtigen Weg.

«Ich glaube an das Potenzial der Mannschaft und dass sie sich rechtzeitig stabilisieren wird», betonte Nerlinger in einem Interview auf der FCB-Homepage. Bewusst habe der Double-Gewinner auf Neuverpflichtungen verzichtet, betonte Nerlinger: «Wir haben einen guten und ausgeglichenen Kader und eine schlagkräftige Mannschaft, mit der wir diese Saison wieder sehr erfolgreich sein können.»

Auch nach der überraschenden Pleite bei Bundesliga-Neuling 1. FC Kaiserslautern sehe er keinen Grund zur Sorge, sagte Nerlinger: «Diese Niederlage war unglücklich und tut auch weh, aber ich sehe das überhaupt nicht dramatisch.» Auf dem Betzenberg habe sich aber wie schon beim glücklichen Heimsieg eine Woche zuvor gegen den VfL Wolfsburg gezeigt, dass «einige Spieler noch Zeit brauchen». Grundsätzlich könne man beim FC Bayern nicht sagen, dass man die «Bundesliga mit fünf oder sechs Punkten Vorsprung dominieren» wolle. «Dafür waren unsere Nationalspieler zu lange bei der WM im Einsatz.» In der Hinrunde gehe es nun erst einmal darum, alle Chancen zu wahren. «Unser Ziel muss es sein, nach der Winterpause noch in allen drei Wettbewerben dabei zu sein.»

«Natürlich gab es viele Gerüchte und einige konnten auch nicht verstehen, dass wir nicht aktiv geworden sind», sagte Nerlinger mit Blick auf die Zurückhaltung des FC Bayern bei Neuverpflichtungen. «Aber wir haben von Anfang an immer gesagt, dass wir Vertrauen in unsere Mannschaft haben.» Mit Erstaunen reagierte Nerlinger auf die massive Einkaufstour von Liga-Konkurrent Schalke 04: «Das war ein für mich noch nie dagewesener Transferaktionismus.»

Positiv bewertete Nerlinger den Verbleib von Innenverteidiger Martin Demichelis und Stürmer Mario Gomez. «Er hat jetzt sehr offensiv gesagt, dass er den Kampf um einen Platz aufnehmen will, und ich finde, dass ist genau die richtige Reaktion», sagte der Sportdirektor über den Argentinier. Zu Gomez meinte er: «Mario hat sehr gut daran getan, das Kapitel FC Bayern nicht schon nach einem Jahr zu beschließen.»