Berlin (dpa) - Vodafone hat als erster Anbieter in Deutschland Tarife für den neuen Mobilfunkstandard LTE vorgestellt. Die Anschlüsse sollen in der einfachen Version mit Übertragungsraten von bis zu 7,2 Megabit je Sekunde über einen Surf-Stick 39,99 Euro monatlich kosten.

Dies teilte das Unternehmen am Donnerstag auf der IFA in Berlin mit. Das entspricht der Übertragungsrate, die schon heutige UMTS-Netze liefern können. Der Chef des Privatkundengeschäfts, Frank Rosenberger, betonte jedoch, die 7,2 Megabit je Sekunde würden nicht über das UMTS-Netz geliefert, sondern über LTE (Long Term Evolution). In LTE-Versuchen wurden Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit je Sekunde erreicht.

Für höhere Übertragungsraten muss mehr bezahlt werden. Eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Megabit je Sekunde soll rund 70 Euro im Monat kosten. Bis die Kunden LTE allerdings tatsächlich nutzen können, wird es noch etwas dauern. Denn bislang fehlt nicht nur das Netz, sondern auch die Surf-Sticks, mit denen Computer via LTE online gehen können.

«Das ist tatsächlich die zweitspannendste Frage nach der Frage, wo kommt das Netz hin», sagte Rosenberger. «Ich bin zu 99 Prozent sicher, dass wir vor Weihnachten kommerzielle Sticks haben, die auf der Hardwareseite bis zu 100 Megabit je Sekunde bringen. Ich kämpfe dafür jeden Tag.» Erst einmal wird es Surf-Sticks geben, mit denen Computer via Mobilfunk mit dem Internet verbunden werden können. Der UMTS-Nachfolgestandard LTE soll schnelles Internet auch in unterversorgte Gebiete, die sogenannten «Weißen Flecken», bringen, wo der Aufbau von Festnetz-DSL-Anschlüssen zu teuer ist.

Bis Weihnachten verspricht Vodafone Kunden in «Weißen Flecken» Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit je Sekunde. Ab Dezember soll das LTE-Netz von Vodafone in 1000 Gemeinden stehen. Die «Weißen Flecken» will Vodafone-Chef Fritz Joussen bis Ende 2011 von der DSL- Landkarte tilgen. Einen ähnlichen Zeitplan verfolgen auch die anderen Netzbetreiber.

Auch die Deutsche Telekom und O2 wollen bis Ende des Jahres erste Kunden in Versuchsreihen auf ihr LTE-Netz schalten. Den Marktstart planen die beiden Netzbetreiber für 2011. Tarife stellten die beiden Unternehmen noch nicht vor. Eine Telekom-Sprecherin sagte dazu auf Anfrage: «Das ist noch zu früh.» Die Preise dürften sich aber an klassischen DSL-Anschlüssen orientieren.

Eine erste LTE-Antenne nahm die Telekom Anfang der Woche in Kyritz (Brandenburg) in Betrieb. Der Konzern rechnet erst für Ende 2010 mit Geräten, mit denen man Computer über LTE ans Internet anschließen kann. Mobiltelefone, die den LTE-Standard unterstützen, werden erst für Ende 2011 auf dem Markt erwartet.