New York/Miami (dpa) - Einmal Burger King zum Mitnehmen, bitte! Für 4,0 Milliarden Dollar wird die zweitgrößte Fast-Food-Kette der Welt überraschend verkauft.

Die New Yorker Beteiligungsgesellschaft 3G Capital zahlt die Rechnung und übernimmt auch gleich die Schulden. Nun müssen sich die Finanzexperten die Schürze umbinden und kräftig aufräumen. Denn Burger King geht es weitaus schlechter als dem großen Konkurrenten McDonald's.

3G-Manager Alex Behring sprach am Donnerstag zwar von einer Kultmarke, die sich seine Gesellschaft einkaufe. Doch hinter der Fassade gammelt es. Zuletzt gingen Umsatz und Gewinn zurück. Firmenchef John Chidsey schob die Arbeitslosigkeit und die anhaltende Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung als Grund vor. Dabei könnte man eigentlich meinen, in der Wirtschaftskrise zieht es die Menschen zu billigen Burgern und Fritten. Doch bei Burger King blieb die Kundschaft aus. Der fast zehn Mal so große Erzrivale McDonald's indes traf den Geschmack der Leute mit seinen Kaffee- und Kuchen-Angeboten. Auch in Deutschland sind die McCafé voll. Damit gelang McDonald's der Ausbruch aus der Fast-Food-Nische.

Burger King und seine Partner betreiben weltweit dagegen mehr als 12 000 reine Schnellrestaurants, die meisten davon im Heimatland des Fast-Food, den USA. Burger King steht wie nur wenige andere für den «American way of life». Nun übernehmen Südamerikaner die Kontrolle.

Hinter 3G Capital stehen eine Reihe wohlhabender Brasilianer. Unter ihnen ist Milliardär Jorge Paulo Lemann, Nummer 48 auf der Forbes-Liste der Superreichen mit einem geschätzten Vermögen von 11,5 Milliarden US-Dollar. Die bisherigen Burger-King-Großaktionäre nahmen das Angebot bereits an.

Ein knappes Drittel am Unternehmen gehört einem Konsortium aus den Finanzfirmen TPG Capital, Bain Capital und Goldman Sachs. Sie waren einst Kompletteigentümer, brachten Burger King 2006 dann aber an die Börse - von der die Restaurantkette nun wieder verschwinden dürfte. Dem stehen nur noch die Kartellbehörden entgegen.

Die bisherigen Aktionäre können zufrieden sein: Pro Aktie fließen 24 Dollar. Zuletzt war das Papier vor mehr als einem Jahr soviel wert, dann ging es abwärts. Bis zum Jahresende will 3G die Transaktion über die Bühne bringen. Der weithin unbekannte Finanzinvestor hatte sich schon einmal in der Burger-Branche engagiert - bei der Nummer drei, Wendy's.