München (dpa) - Forscher haben ein Verfahren entwickelt, bei dem mit Computertomographien (CT) erstmals feinste Strukturen im Nanometerbereich untersucht werden können.

Mit der Methode ließen sich beispielsweise winzige Knochenstrukturen dreidimensional von innen darstellen, teilte die Technische Universität München (TUM) am Mittwoch mit. Erarbeitet wurde das Verfahren von Experten der TUM, des Paul-Scherrer-Instituts und der ETH Zürich. Die Ergebnisse erscheinen an diesem Donnerstag in der Fachzeitschrift «Nature».

Bei dem neuen Verfahren werden die Röntgenbilder aus verschiedenen Richtungen aufgenommen und mit einem speziellen Bildverarbeitungsprogramm zu dreidimensionalen Bildern zusammengesetzt. Die Methode erfasst den Angaben zufolge anders als normale CTs bei jedem Beleuchtungswinkel die vom Knochen abgelenkten Strahlen. Aus den mehr als hunderttausend Streubildern wird mit Hilfe eines Algorithmus' ein einziges Bild errechnet. Mit dem Verfahren wurde bereits eine haarfeine Knochenprobe einer Maus untersucht.

Besonders bei Knochenschwund - der Osteoporose - könnte die neue Methode neue Erkenntnisse bringen. In Deutschland ist laut Universität etwa ein Viertel der Bevölkerung über 50 Jahre von der Krankheit betroffen. Bisher ist die Osteoporose vor allem durch die Messung einer allgemein verringerten Knochendichte bestimmt worden.

Mit der Untersuchung der Strukturen im Nanometerbereich könnten jetzt auch Knochendichteänderungen sehr genau untersucht werden, sagte der Leiter des Elektronenmikroskopiezentrums an der ETH Zürich, Roger Wepf. Besonders die Frühphase der Krankheit könne dadurch besser studiert und bessere Therapieansätze entwickelt werden. Und auch die Materialwissenschaften könnten das Nano-Verfahren beispielsweise bei der Entwicklung von Werkstoffen anwenden.

CT-Bilder der TUM