München (dpa) - Den schwer gebeutelten Landesbanken BayernLB und WestLB droht nach herben Einschnitten in den vergangenen Jahren ein weiterer Stellenabbau durch die geplante Fusion.

«Wir wollen die Kosten senken, einige Bereiche würde man nicht doppelt benötigen», sagte BayernLB-Vorstandschef Gerd Häusler der «Süddeutschen Zeitung» (Mittwoch). Bei einer Fusion gehe es immer auch um Synergien. «Das würde auch zu einem Stellenabbau führen.» Beide Landesbanken haben in der Krise bereits tausende Arbeitsplätze gestrichen.

Der WestLB-Betriebsrat hatte bereits den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bei einer möglichen Fusion gefordert. Außerdem sollten die großen Standorte mehrere Aufgaben behalten. «Für uns sind Produktionsketten vor Ort wichtig», sagte Betriebsrats- Vorsitzende Doris Ludwig. Der WestLB-Betriebsrat wolle sich demnächst mit den BayernLB-Arbeitnehmervertretern treffen und möglicherweise einen gemeinsamen Forderungskatalog für den Fusionsfall aufstellen.

WestLB und BayernLB hatten am Montag überraschend mitgeteilt, dass sie eine Fusion prüfen wollen. Die Initiative ging nach Informationen der Zeitung von Bayern aus. In einem internen Schreiben des bayerischen Finanzministeriums heiße es: «Der Einstieg in die Detailprüfung einer Fusion ist ein Vorschlag des Vorstands der BayernLB.» Ein mögliches Zusammengehen der Landesbanken erscheine «aus taktischer und strategischer Sicht sinnvoll».

Die BayernLB bringt aus Sicht von Häusler mehr Gewicht ein: «Wenn Sie die wichtigsten Kennzahlen betrachten, ist die BayernLB der größere Partner.» Vorteile habe die Bank auch im Mittelstandsgeschäft und bei den Privatkunden, die von der Direktbank DKB betreut werden. Die WestLB habe in Bereichen des Kapitalmarktgeschäfts eine breitere Produktpalette und sei in einigen zusätzlichen Auslandsmärkten speziell in Asien vertreten. Weitere Partner in dem Bündnis sind für Häusler derzeit kein Thema. «Aber man sollte niemals nie sagen.»

Im vergangenen Jahr hatte die BayernLB einen Verlust von rund 2,6 Milliarden Euro verbucht. Nachdem zuvor Fehlspekulationen auf dem US- Hypothekenmarkt die Bank in den Strudel der Finanzkrise gerissen hatten, verhagelte im vergangenen Jahr das Debakel um den Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) den Münchnern das Geschäft. Nach Informationen des Bayerischen Fernsehens kann die BayernLB trotz des Milliardendebakels wohl nicht auf Schadenersatz vom Land Kärnten hoffen. Das gehe aus einer Erklärung hervor, die die BayernLB beim Kauf der HGAA abgegeben habe. Das Dokument liege dem Sender vor.

In der Erklärung vom Mai 2007 habe die BayernLB der Kärntner Landesholding zugesagt, dass Gewährleistungsansprüche innerhalb von zwei Jahren ab Vollzug des Kaufs gerichtlich geltend gemacht werden müssen. Diese Frist sei bereits abgelaufen. Die BayernLB wollte den Bericht am Mittwoch in München zunächst nicht kommentieren.