Hamburg (dpa) - Die Europäische Fußball-Union hat sich nach Informationen des «Stern» von seinem Ermittler Robin Boksic getrennt.

Der 32-jährige Kroate soll einem Bericht des Magazins in der Vorwoche zufolge zusammen mit seinem Vorgesetzten Peter Limacher mit Unwahrheiten und Verleumdungen Clubs, Verbände und Personen im Profi-Fußball, darunter den FC Bayern München, diskreditiert haben. Die Münchner hatten nach der Veröffentlichung gegen beide Personen Strafanzeige erstattet und Strafantrag gestellt. Die UEFA habe nun reagiert und «jegliche Zusammenarbeit» mit Boksic beendet, berichtete der «Stern».

Über die Zukunft von Limacher machte die UEFA, die in der Vorwoche nach der Anzeige der Bayern eine interne Untersuchung der Vorfälle eingeleitet hatte, gegenüber dem «Stern» keine Angaben. «Um die vollständige Unabhängigkeit der damit beauftragten Personen nicht zu kompromittieren, wird die UEFA bis zum Abschluss der Untersuchung in dieser Angelegenheit keine weiteren Erklärungen mehr abgeben», teilte der europäische Dachverband mit. Belege oder gar Beweise für ihre Anschuldigungen hatten Boksic und Limacher nicht erbracht.

Wie der «Stern» in seiner neuen Ausgabe berichtet, soll Boksic auch zwei Kölner Bundesliga-Profis der Bestechlichkeit bezichtigt haben. Diese Behauptung wollte er mit Abhörprotokollen des Bundesnachrichtendienstes beweisen, blieb diese aber schuldig. Boksic habe zudem Zugang zum Frühwarnsystem gehabt, mit dem seit Jahren Spielmanipulationen verhindert werden sollen. Nach Informationen des «Stern» wurde der Kroate mit Unterstützung des Wettdaten-Dienstleisters «Betradar» bei der UEFA installiert. Auf Drängen Limachers habe Betradar Anfang 2010 Boksics erste Monatshonorare von jeweils rund 6000 Euro übernehmen, berichtete der «Stern».