Madrid (dpa) - Schlecht gespielt und hoch gewonnen: Real Madrid hat trotz einer dürftigen fußballerischen Darbietung den Außenseiter Espanyol Barcelona mit 3:0 (1:0) besiegt und damit für wenigstens 24 Stunden die Tabellenführung in Spaniens Primera División erobert.

Mesut Özil lieferte eine ordentliche, wenn auch keine überragende Partie. Der deutsche Nationalspieler wurde nach 63 Minuten für seinen Landsmann Sami Khedira ausgewechselt. Der Ex-Stuttgarter hatte in dem Punktspiel seinen Platz in der Startelf überraschend an den Franzosen Lass Diarra abtreten müssen. Die Auswechselung Özils wurde vom Publikum mit Pfiffen quittiert, weil die Zuschauer darin ein Zeichen sahen, dass Real-Trainer José Mourinho auf eine Defensivtaktik umstellen und einen 1:0-Vorsprung über die Zeit retten wollte.

Khedira erklärte die schwache Darbietung so: «Unser Team befindet sich noch im Aufbau», sagte er. Außerdem habe sich bei den Spielern nach drei Partien binnen einer Woche eine gewisse Müdigkeit eingestellt. Der Ex-Stuttgarter wies aber darauf hin, dass Özil und er gute Fortschritte beim Erlernen der spanischen Sprache machen. «Wir verstehen schon einen Teil der Anweisungen des Trainers.» Mourinho hatte kürzlich bemängelt, dass die beiden Deutschen sich aufgrund von Verständigungsproblemen noch nicht genug ins Team eingegliedert hätten.

Cristiano Ronaldo hatte die «Königlichen» in der 28. Minute durch einen umstrittenen Handelfmeter in Führung gebracht. Gonzalo Higuaín (78.) und Karim Benzema (86.) erhöhten in der Schlussphase auf 3:0. «Es gab drei Tore und wenig mehr», titelte das Sportblatt «As». Espanyol fühlte sich von Schiedsrichter Clos Gómez grob benachteiligt. «Wenn man den Referee gegen sich hat, kann man nicht gewinnen», meinte das in Barcelona erscheinende Fachblatt «Sport».

Der Unparteiische hatte nicht nur mit seiner strittigen Strafstoß-Entscheidung den Madrilenen den Führungstreffer ermöglicht, sondern in Ernesto Galán und Juan Forlín auch zwei Espanyol-Spieler vom Platz gestellt. Bei Real erhielt Pepe die gelbrote Karte. Mourinho führte das schwache Spiel seiner Elf auf die desolaten Platzverhältnisse im Bernabéu-Stadion zurück. «Auf einem Kartoffelacker kann man keinen guten Fußball spielen», sagte der Real-Trainer. Unmittelbar nach dem Abpfiff wurde damit begonnen, den Rasen auszuwechseln.