Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem Rauswurf des umstrittenen UEFA-Fahnders Robin Boksic gerät auch Disziplinarchef Peter Limacher immer stärker unter Druck.

Eine Sprecherin der Europäischen Fußball-Union (UEFA) bestätigte die Trennung von Boksic, der zuletzt mit unbewiesenen Betrugsvorwürfen gegen den FC Bayern München ins Zwielicht geraten war. «Das ist richtig, wir werden nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten», sagte die Sprecherin und bestätigte damit einen Bericht des «Stern». Der Kroate Boksic soll einem Bericht des Magazins zufolge zusammen mit seinem Vorgesetzten Limacher Clubs, Verbände und Personen im Profi-Fußball, darunter den FC Bayern, mit Unwahrheiten und Verleumdungen diskreditiert haben.

Zur Personalie Limacher verweigerte die UEFA eine Stellungnahme. «Wie am vergangenen Donnerstag bekanntgegeben, hat die UEFA sofort bei Bekanntwerden der Klage des FC Bayern München eine interne Untersuchung eingeleitet», hieß es lediglich in einer Erklärung des Dachverbandes. Die Münchner hatten nach der Veröffentlichung gegen beide Personen Strafanzeige erstattet und Strafantrag gestellt.

Derweil will Bundesligist 1. FC Köln «mit aller Schärfe» Bestechlichkeitsvorwürfe gegen zwei seiner Spieler prüfen. Das kündigte Vereinssprecher Christopher Lymberopoulos an. Bekanntgeworden waren die Vorwürfe im Zuge der Affäre um Boksic. Der 32-Jährige soll nach Angaben des «Stern» auch zwei Kölner Profis der Bestechlichkeit bezichtigt haben. Er konnte diese Behauptungen aber demnach nicht belegen. «Für mich ist es undenkbar, dass die Vorwürfe zutreffen», betonte Kölns Manager Michael Meier im Kölner «Stadt- Anzeiger».

Der Verein erwägt rechtliche Schritte wegen Rufschädigung. Dazu würden aber mehr Informationen benötigt, ergänzte Meier. Der 1. FC Köln hat sich in diesem Fall laut Lymberopoulos mit dem FC Bayern beraten.

Belege oder gar Beweise für ihre Anschuldigungen hatten Boksic und Limacher nicht erbracht. In der vergangenen Woche leitete der Verband eine interne Untersuchung ein. Der französische UEFA-Präsident Michel Platini versuchte, im Gespräch mit der Bayern-Führung die Wogen zu glätten.

«Um die vollständige Unabhängigkeit der damit beauftragten Personen nicht zu kompromittieren, wird die UEFA bis zum Abschluss der Untersuchung in dieser Angelegenheit keine weiteren Erklärungen mehr abgeben. Es kann jedoch bereits zum jetzigen Zeitpunkt bestätigt werden, dass jegliche Zusammenarbeit zwischen Herrn Robin Boksic und der UEFA beendet wurde», teilte der Verband mit.