Freiburg (dpa) - Dank Klaas Jan Huntelaar hat der FC Schalke 04 einen ersten Schritt aus der Krise gemacht. Durch den Treffer des niederländischen Torjägers (86. Minute) gewannen die «Königsblauen» mit 2:1 (1:0) beim SC Freiburg und schafften nach vier Niederlagen den erhofften Befreiungsschlag.

Trotz des ersten Sieges bleibt das Team von Felix Magath aber Schlusslicht der Fußball-Bundesliga. «Der erste Sieg bedeutet erstmal Erleichterung. Wir waren sehr unter Druck, endlich zu punkten. Von daher bin ich mit dem Auftritt der Mannschaft sehr zufrieden. Ich denke, dass wir mit diesem System weiterspielen», sagte Magath zufrieden. «Die Situation hat sich nicht wirklich großartig verbessert. Das war ein ganz, ganz wichtiger Sieg, aber wir brauchen weiter die volle Unterstützung, um wieder in Tritt zu kommen», ergänzte Abwehrchef Christoph Metelder

Mit seinem fünften Saisontor (69.) hatte Papiss Cissé vor 24 000 Zuschauern im ausverkauften Badenova-Stadion die Schalker Führung durch Ivan Rakitic (9.) ausgeglichen. In der 90. Minute sah der Freiburger Ivica Banovic wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Die zuletzt dreimal siegreichen Breisgauer scheiterten an ihrer Schwäche im Abschluss und kassierten eine unglückliche Niederlage. Mit einem weiteren Erfolg hätten sie ihren Bundesliga-Rekord aus der Spielzeit 1994/95 eingestellt. «Wir waren ganz klar die bessere Mannschaft. Wir hätten am Ende cleverer sein müssen, so stehen wir mit leeren Händen da», ärgerte sich SC-Spieler Felix Bastians.

Trotz ihres katastrophalen Saisonstarts war bei den Schalkern im Breisgau von Verunsicherung zunächst wenig zu spüren. Magath hatte mit fünf Veränderungen auf das desaströse 1:3 im Derby gegen Dortmund reagiert, und allen voran José Manuel Jurado sorgte bei seinem ersten Einsatz von Beginn an für Struktur und Stabilität in Reihen der Gelsenkirchener. Der 13 Millionen-Einkauf war viel in Bewegung und zusammen mit seinem spanischen Landsmann Raúl auch Ausgangspunkt der Führung.

Die Freiburger stellten den Defensivverbund der Gäste vor Probleme, als sie im zweiten Durchgang das Tempo steigerten. Das Team von Robin Dutt hatte klare Feldvorteile, spielte wie gewohnt mit großem Aufwand und konnte sich einmal mehr auf die Treffsicherheit von Cissé verlassen. Der Senegalese nutzte eine Lücke in der Gäste- Abwehr zu seinem fünften Saisontor. Auf der Gegenseite hatten die Gelsenkirchener gleich ihre erste Möglichkeit zur Führung genutzt. Rakitic traf im Nachsetzen, nachdem SC-Torhüter Oliver Baumann einen strammen Schuss von Huntelaar nicht festhalten konnte.

Danach zogen sich die Schalker aber zurück und waren vor allem auf Sicherheit bedacht. Ein Fehler von Baumann hätte ihnen dennoch kurz vor der Pause fast den zweiten Treffer beschert. Der Schlussmann ließ einen Freistoß von Lukas Schmitz nach vorne abprallen, reagierte aber dafür beim anschließenden Kopfball von Huntelaar glänzend und machte seinen Schnitzer wieder wett (41.).

Nach Wiederbeginn erhöhten die Freiburger noch einmal den Druck. Dennoch war die Chance für Maximilian Nicu in der 52. Minute eher ein Zufallsprodukt. Der Schuss des 27-Jährigen verfing sich in der vielbeinigen Schalker Abwehr. Gegen den Schuss von Cissé in der 69. Minute war aber auch Nationalkeeper Manuel Neuer machtlos.