London (dpa) - Das Gold jagt von Rekord zu Rekord: Erstmals ist der Preis für die Feinunze am Montag zeitweise über die 1300-Dollar- Marke gesprungen. Als Grund nannten Händler unter anderem die Sorge vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft.

Seit Anfang August ist der Preis für die Feinunze (gut 31 Gramm) um mehr als zehn Prozent gestiegen. Immer wieder enttäuschende US- Konjunkturdaten trieben den Kurs. Vor allem Gold, aber auch Silber gelten traditionell als «Ersatzwährung» oder «sicherer Hafen» in riskanten Zeiten.

Der jüngste Preissprung beim Gold ist auch auf die Schwäche des Dollars zurückzuführen, wie Experten der Commerzbank am Montag sagten. Ende vergangener Woche war der Kurs des Dollars zeitweise auf den tiefsten Stand seit etwa fünf Monaten abgerutscht.

Außerdem hätten die jüngsten Aktionen der Zentralbanken in den USA und Japan die Sorge geschürt, dass es zu einem Abwertungswettlauf unter den Weltwährungen kommen könnte, sagten Händler. Die US- Notenbank hatte mit einem Ankauf von Staatsanleihen versucht, die lahmende Konjunktur zu stützen.

Die Sorge vor einer Inflation werde dem Gold auch längerfristig Auftrieb verleihen, sagten Experten. Allerdings dürften die Spekulanten an den Finanzmärkten bei einem Goldpreis um 1.300 Dollar «etwas vorsichtiger» werden, prognostizierten Fachleute von der Commerzbank. Das aktuelle Rekordhoch könne das Ende der Rekordjagd einläuten, denn für den Goldpreis sei «die Luft etwas dünner geworden».

Dass der Goldpreis die Marke von 1300 Dollar überklettert hat, hatten Medien bereits am Freitag berichtet - allerdings hatten sie sich dabei auf den außerbörslichen Handel bezogen.