Frankfurt/Main (dpa) - Die IG Metall hat scharfe Kritik an den Plänen der Bundesregierung zur Leiharbeit geübt. Der Gesetzesentwurf von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) öffne dem ungebremsten Abbau von Stammarbeitsplätzen Tür und Tor, erklärte Vize-Gewerkschaftschef Detlef Wetzel.

So würden weder die Höchstüberlassungsdauer geregelt noch die gleiche Bezahlung im Verhältnis zur Stammbelegschaft verlangt. In der Folge würden viele hunderttausend Arbeitsplätze durch schlecht bezahlte Leiharbeit ersetzt.

Bereits ein knappes Viertel aller Betriebe in der Metall- und Elektroindustrie beschäftige zwischen 10 und 50 Prozent Leiharbeiter, präsentierte Wetzel ein zentrales Ergebnis einer IG-Metall-Umfrage, an der sich 5100 Betriebsräte beteiligt hatten.

Der zusätzliche Bedarf an Arbeitskräften im Aufschwung werde nur bei einer Minderheit von 15 Prozent mit neuen, unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen gedeckt. 43 Prozent der Betriebe setzten auf Leiharbeit und 42 Prozent auf befristete Jobs.

Wetzel machte sich die Prognose führender Zeitarbeitsanbieter zu eigen, dass sich die Zahl der Leiharbeiter in absehbarer Zeit auf 2,5 Millionen verdreifachen könnte. Leiharbeiter seien die Verlierer der Krise wie des Aufschwungs, weil sie zuerst entlassen würden und im Aufschwung schlechte Bezahlung und Unsicherheit tragen müssten.

Der Gesetzentwurf entspreche nicht den Anforderungen der Europäischen Kommission. Die IG Metall werde alles tun, dass ein folgendes Gesetz auch gerichtlich überprüft würde, kündigte Wetzel an.

Den Unternehmen hielt die Gewerkschaft vor, Leiharbeit zu einem Dumpingwerkzeug entwickelt zu haben. Aus strategischen Gründen solle in den Betrieben eine Billiglohnlinie eingeführt werden, mit der auch die Stammbelegschaften unter Druck gesetzt werden könnten.