München (dpa) - Der Elektrokonzern Siemens rechnet dank der sich erholenden Weltwirtschaft im vierten Geschäftsquartal mit einem Zuwachs bei Auftragseingang und Umsatz. «Wir sind auf Wachstumskurs.

Wir zeigen operative Stärke», sagte Finanzvorstand Joe Kaeser am Montag in München. Der Konzern könne operativ mit dem im September endenden Geschäftsquartal aller Voraussicht nach sehr zufrieden sein.

Die Weltwirtschaft habe sich schneller und kraftvoller erholt als gedacht, sagte Kaeser. Die Dynamik dürfte sich in den kommenden Monaten aber etwas abschwächen, schränkte er ein. Die Weltwirtschaft dürfte im kommenden Jahr immer noch mehr als drei Prozent wachsen.

Siemens dürfte in allen drei Kerngeschäftsfeldern Industrie, Energie und Gesundheit zulegen. Der Auftragseingang der Sektoren dürfte entsprechend über 20,1 Milliarden Euro und der Umsatz über 18,9 Milliarden Euro liegen. «Das ist alles in allem ein schöner Erfolg», sagte Kaeser. An der Börse rutschten die Aktien nach einer zunächst positiven Reaktion aber ins Minus und büßten am späten Nachmittag 1,34 Prozent ein.

Ohne die in der vergangenen Woche angekündigten Abschreibungen auf das Diagnostik-Geschäft von bis zu 1,4 Milliarden Euro dürfte der sogenannte Sektorengewinn, in dem sich das Ergebnis der drei Kerngeschäftsfelder widerspiegelt, über dem Vorjahreswert von 1,9 Milliarden Euro liegen. In dem Ergebnis dürften auch Restrukturierungskosten von rund 150 Millionen Euro enthalten sein. Im Gesundheitsgeschäft sieht Siemens eine gestiegene Nachfrage und erwartet positive Währungseffekte. Mit dem angekündigten Sektorengewinn dürfte das Jahresergebnis mehr als 8,6 Milliarden Euro betragen, rechnete ein Börsianer vor. Allerdings liege die durchschnittliche Schätzung der Analysten bereits bei 8,9 Milliarden Euro.

Von der kriselnden IT-Sparte SIS, die zum 1. Oktober ausgegliedert wird, erwartet Kaeser weitere Belastungen für das vierte Quartal. Das Marktumfeld für SIS bleibe herausfordernd, was sich auch auf die Profitabilität auswirken dürfte.

In den schnell von einer wirtschaftlichen Erholung profitierenden Industriegeschäften habe sich das Umfeld weiter aufgehellt. Das Ergebnis in der Sparte dürfte allerdings von erschwerten Bedingungen für ein Projekt in den USA belastet werden, sagte Kaeser. Der Ausbau der New Yorker Wasserversorgung, an der Siemens beteiligt ist, dürfte wegen schwieriger Umweltbedingungen zu Belastungen führen. Allerdings seien diese nicht horrend und als Ganzes nicht entscheidend. Im Energiesektor sollten sich mehrere Großaufträge sowohl für fossile Kraftwerke als auch im Geschäft mit erneuerbaren Energien positiv bemerkbar machen. Der Auftragseingang dürfte damit deutlich über den Vorjahreswert von 6,5 Milliarden Euro liegen. Den Umsatz sieht Siemens hier auf dem Niveau des Vorjahres, den Gewinn leicht darunter.