Berlin (dpa) - Die Statistiker haben gerechnet, die führenden Köpfe der Regierungskoalition haben nachjustiert: Der volle Regelsatz für Langzeitarbeitslose soll um bescheidene fünf auf 364 Euro steigen.

Bei den Geldleistungen für die Kinder der Hartz-IV-Empfänger ändert sich nichts, obwohl die Berechnungen überraschenderweise zu niedrigeren als den aktuellen Zahlbeträgen führten.

Warum wurde neu gerechnet?

Das Bundesverfassungsgericht beanstandete im Februar die Berechnungsmethode für die Hartz-IV-Sätze, speziell jene bei Kindern, und verlangte eine Änderung bis zum Jahresende. Das Gericht verlangte eine transparente und nachvollziehbare Bedarfsermittlung. Gegen alle Kritik beteuert die Regierung, sie habe nicht getrickst und nach Kassenlage entschieden, sondern «methodisch sauber und sachgerecht» nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. «Wir haben bis ins letzte Detail Transparenz», sagt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Wie wurde gerechnet?

Das Statistische Bundesamt hat 55 100 Haushalte mehrere Monate lang aufschreiben lassen, wie sie ihr Geld ausgeben. Bei den Singles im untersten Einkommenssegment wurden Einkommen bis 901 Euro erfasst, bei den Paarhaushalten mit Kind bis 2178 Euro. Um Zirkelschlüsse zu vermeiden, wurden die Konsumgewohnheiten der Hartz-IV-Empfänger nicht berücksichtigt, wohl aber die der Aufstocker. Damit blieben in der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2008 bei den Singles 8,6 Prozent der Haushalte außen vor, bei den Paarhaushalten mit Kindern 2,3 Prozent. Es wurden vom untersten Einkommensfünftel tatsächlich also nicht 20 Prozent erfasst, sondern nur 13,7 Prozent bei den Singles und 19,5 Prozent bei Paarhaushalten mit Kind.

Ist das korrekt?