Lexington (dpa) - Nach dem Ritt von Christoph Koschel hellten sich die Mienen bei den deutschen Dresssurreitern wieder auf. Die deutsche Mannschaft darf sich nach der Vorstellung des WM-Debütanten wieder Hoffnung auf eine Medaille machen.

Der 36-Jährige aus Hagen bei Osnabrück erhielt in Lexington für seinen Ritt mit Donnperignon 72,638 Prozent. «Damit sind wir wieder im Rennen», sagte Equipe-Chef Klaus Roeser. Zuvor hatte Anabel Balkenhol aus Rosendahl den Start verpatzt, nach schwachem Auftritt mit Dablino nur 67,702 Prozent erhalten. «Die Stimmung ist jetzt besser als nach dem ersten deutschen Starter», sagte Bundestrainer Holger Schmezer. 

Da nur die besten drei Ergebnisse für jedes Team zählen, haben die Deutschen noch eine Chance auf die Silbermedaille, wenn Matthias-Alexander Rath (Kronberg) mit Sterntaler und Isabell Werth (Rheinberg) mit Warum nicht punkten. Die favorisierten Niederländer liegen nach zwei Reitern bereits klar in Führung und werden Deutschland nach neun Titeln in Serie wohl ablösen. Die deutsche Equipe ist zur Halbzeit Zweiter vor Großbritannien.

Nur eine Piaffe misslang Koschel mit Donnperignon, ansonsten ritt er fehlerfrei. «Wir müssen uns noch steigern», sagte der 36-Jährige: «Es kommen noch zwei starke Reiter. Wenn die angreifen, sollte es für eine Medaille reichen.»

Der Start der Dressur war hingegen verpatzt. Das Debüt von Anabel Balkenhol misslang, sie blieb sehr deutlich hinter den Erwartungen. «Man merkte, dass sie es als Debütantin nicht ganz einfach hatte», kommentierte der Bundestrainer diplomatisch. Ihr Pferd sei «wie ein Feuerstuhl», sagte die Reiterin.

«Er war nicht schlecht, aber nervös», kommentierte Balkenhol ihren Ritt mit Dablino. Sie selbst war offensichtlich auch nicht ruhig genug bei ihrem ersten Start bei einer internationalen Großveranstaltung. «Ich war nicht aufgeregt, aber angespannt», sagte die 38-jährige Reiterin.

Nicht bei der WM starten werden Marco Kutscher und sein Pferd Cash. Das entschied Bundestrainer Otto Becker. Der 14-jährige Wallach von Kutscher hatte sich vor einigen Tagen eine Hufgelenksprellung am rechten Vorderbein zugezogen und wurde nicht mehr rechtzeitig fit. Ins Team rückt dafür Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) mit Lambrasco. Neuer Ersatzman ist Philipp Weishaupt (Riesenbeck) mit Souvenir. Das Pferd des deutschen Meister von 2009 wird am Mittwoch in die USA fliegen. Weishaupt folgt am Donnerstag.