Triest (dpa) - Bundestrainer Raúl Lozano ballte die Fäuste und hüpfte freudig in die Höhe, richtig feiern wollte nach dem mühevollen Vorrunden-Happyend aber niemand im deutschen Volleyball-Lager.

«Ich bin glücklich über diesen Sieg und über das Erreichen der zweiten Runde. Das war das Minimalziel für diese WM», sagte Lozano nach dem glanzlosen 3:0 (27:25, 25:22, 25:20) seiner Volleyball-Männer in Triest gegen Kanada.

Mit dem ersten Sieg bei der WM in Italien konnten die Deutschen das schlechteste Abschneiden bei einer WM-Endrunde gerade noch abwenden und sich als Dritter der Gruppe F für die Runde der besten 18 Teams qualifizieren. Nun sind von in Catania auf Sizilien Puerto Rico und Gastgeber Italien die nächsten Gegner.

Doch überzeugen konnten die Deutschen, die zuvor Niederlagen gegen Serbien und Europameister Polen einstecken mussten, auch gegen Kanada nicht. «Wir hatten die letzten Tage sehr viel Druck», beschrieb Sebastian Schwarz das Nervenspiel im Vorrunden-Endspiel.

Nicht einmal 18 Stunden nach der bitteren 2:3-Niederlage gegen Europameister Polen ging es für die Männer des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) gegen Kanada um Alles oder Nichts. Bundestrainer Lozano hatte seinen Mannen nach dem mehr als zweistündigen 2:3-Abendkrimi zuvor gegen Polen erst einmal Ruhe gegönnt: Ausschlafen war vor dem alles entscheidenden Vorrundenspiel angesagt.

Doch die Angst vor dem Versagen hemmte das Team um Top-Angreifer Georg Grozer zunächst sichtlich im Palatrieste: Lange verlief der erste Satz ausgeglichen, erst nach Abwehr von zwei Satzbällen konnten die DVV-Männer den ersten Durchgang knapp für sich entscheiden. Auch nach dem verlorenen ersten Satz hielt der biedere Weltranglisten-20. weiter mutig dagegen. Zudem profitierten die Kanadier immer wieder von unnötigen Fehlern im weiter stockenden deutschen Spiel. Am Ende konnten Grozer und Co. aber auch Satz zwei für sich entscheiden.

«Kanada ist die große Unbekannte», hatte Kapitän Björn Andrae vor der alles entscheidenden Partie gegen die Nordamerikaner angemerkt, die mit ihrem Sieg über Medaillenanwärter Serbien für Aufsehen gesorgt hatten. Mit dem Vorsprung von zwei Satzgewinnen gingen die deutschen Männer dann etwas befreiter zu Werke: Rasch lagen sie mit vier Punkten in Front, nun funktionierte das variable Angriffsspiel und auch in der Abwehr lief es besser. Auch durch mehrere strittige Schiedsrichter-Entscheidungen ließ sich das Team nicht mehr abbringen und machte den Sieg perfekt.