Seoul (dpa) - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il hat seinen jüngsten Sohn und seine Schwester zu Generälen befördert und sich selbst an der Spitze der kommunistischen Partei bestätigen lassen.

Kim wurde am Dienstag in Pjöngjang beim größten Treffen der Arbeiterpartei seit 30 Jahren erneut zum Generalsekretär ernannt. Die staatlichen Medien berichteten, die Bestätigung sei «inmitten des stürmischen Applauses aller Delegierten» erfolgt. Der 68-jährige Kim hat diese Position seit 1997 inne. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit galt die Bestätigung als Formsache.

Die Beförderung seines 27 oder 28 Jahre alten Sohnes Kim Jong Un gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Machtübergabe. Beobachter vermuten, dass Kim Jong Il das Parteitreffen nutzt, die Nachfolge auch formell einzuleiten und seinem Sohn wichtige Parteiämter übergeben wird. Politisch ist Kim Jong Un bisher nicht in Erscheinung getreten. Offiziell soll bei der Delegiertenversammlung das höchste Führungsgremium der Partei neu besetzt werden.

Unmittelbar vor dem Parteitag hatte Kim seinen Sohn und seine Schwester Kim Kyong Hui sowie vier andere Personen zu Generälen befördert. Das berichteten die Staatsmedien am frühen Dienstagmorgen. Dabei wurde erstmals der Name Kim Jong Un in den Medien genannt. Der Sohn gilt nach Einschätzung von Nordkorea- Kennern schon länger als wahrscheinlicher Nachfolger von Kim Jong Il. Dieser steht seit dem Tod seines Vaters und ehemaligen Staatschefs Kim Il Sung 1994 an der Staatsspitze.